„Krone“-Kommentar

Der „blaue Brief“ für die Regierung ist unterwegs

Kolumnen
07.07.2026 05:30

Zeugnistage für die Politik – die „Krone“-Leser und -User sind jetzt zum Schulschluss aufgerufen, die Regierungspolitiker zu benoten. Niemand hätte erwartet, dass diese Beurteilung sonderlich gut gerät. Aber das Zwischenergebnis fällt noch strenger aus als vermutlich von den „Schülern“ auf der Regierungsbank befürchtet.

„Eher bei einem 2er angesiedelt“, hatte, wie berichtet, Vizekanzler Andreas Babler die Regierungsarbeit und vor allem seine eigene bewertet. Ein Urteil, das die knapp 30.000 Hobby-Lehrer, die bisher auf krone.at abgestimmt haben, so gar nicht teilen.

Gerade einmal drei der 21 abgefragten Damen und Herren aus Regierung und Staatssekretariaten kommen dabei auf ein 4+. Der ganz große Rest schafft ein Genügend. Und zwei fallen überhaupt durch – NEOS-Staatssekretär Sepp Schellhorn mit einem Wert über 4,5. Und ausgerechnet jener, der sich selbst einen 2er verpasst hat, belegt den letzten Platz: 5+.

Der Kommentar zu den großen Themen, die Österreich betreffen: Klaus Herrmann, Chefredakteur
Der Kommentar zu den großen Themen, die Österreich betreffen: Klaus Herrmann, Chefredakteur(Bild: Krone KREATIV/Imre Antal, stock.adobe.com)

Was das alles miteinander heißt? Diese Klasse kämpft ums Überleben, fast alle Regierer müssen schon vor der endgültigen „Krone“-Zeugnisverteilung den „blauen Brief“, der jetzt in den Schulen „Frühwarnung“ heißt, bekommen. Die Botschaft: Achtung, Aufstieg in die nächste Klasse stark gefährdet.

Hat denn diese Regierung überhaupt noch eine Chance, weiterzukommen? Nur dann, wenn sie lernt, lernt, lernt, kann sie theoretisch die Nachprüfung durch die Wähler schaffen. Aber der „blaue Brief“ ist jedenfalls unterwegs.

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