Nach RH-Bericht

Steirische Kammer drängt auf Reformen in Wien

Steiermark
07.07.2026 18:00

Nicht nur die Bundes-WKO wurde vom Rechnungshof kritisch beäugt, auch die steirische Kammer hatte unlängst Prüfer im Haus. Dabei wurden aber nicht die Gehälter und Funktionärsentschädigungen unter die Lupe genommen, sondern die oft kritisierte Rücklagengebarung. In Graz sieht man sich gut aufgestellt und will das Haus entschlacken.

Nun liegt der mehr als 100-seitige Prüfbericht vor. „Und die Bildung von Rücklagen wurde ausdrücklich nicht beanstandet“, hält Kammer-Direktor Karl-Heinz Dernoscheg fest. Insgesamt belaufen sich die Rücklagen der WKO Steiermark auf 234,25 Millionen Euro, davon frei verfügbar sind 105,1 Millionen.

Der Rechnungshof vermisst etwa messbare Zielwerte für den definierten Bedarf an Rücklagen, eine österreichweit einheitlichere Darstellung oder regelmäßige Verkehrswertgutachten für Immobilienvermögen. Die WKO Steiermark werde diese Empfehlungen im Rahmen der laufenden Reformarbeiten berücksichtigen, heißt es aus der Grazer Körblergasse.

„Brauchen wir wirklich 700 Fachgruppen?“
Apropos Reformen: „Wir werden auch an unserer Organisationsstruktur arbeiten müssen. Die große Frage ist, ob wir österreichweit wirklich knapp 700 Fachgruppen brauchen und ob all diese unbedingt in Wien angesiedelt werden müssen“, fordert Dernoscheg eine grundlegende Verschlankung.

In der Steiermark habe man die Senkung der Kammerumlage von 0,22 auf 0,18 Prozent bereits beschlossen. Überhaupt sei man „die effizienteste Landeskammer“ – im Schnitt kommen 301 Mitglieder auf einen Mitarbeiter, der Bundesschnitt liegt bei 258.

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