Es ist der nächste große Einsparungshammer bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK): Wie die „Krone“ erfuhr, sollen die Servicestellen von 138 auf 77 reduziert werden. Die Generaldirektion hat die Betriebsräte bereits informiert. Sie befürchten einen massiven Stellenabbau.
Neben der Zentrale in der Gruberstraße in Linz gibt es in Oberösterreich 40 Kundenservicestellen, 23 davon sind ständig besetzt – etwa in Mattighofen. Dort erhalten Versicherte täglich von 6.45 bis 15 Uhr Informationen, können Anträge abgeben oder um Leistungen ansuchen. Außerdem ist in der Innviertler Stadt ein medizinischer Dienst eingerichtet – so wie an vielen anderen Standorten der Österreichischen Gesundheitskasse. Bundesweit betreibt die ÖGK derzeit 138 derartige Einrichtungen.
ÖGK-intern spricht man von einem Standortkonzept
Jetzt droht diesem dichten Netz ein Kahlschlag. Wie die „Krone“ erfuhr, ist kassenintern von einer Reduktion auf nur noch 77 Kundenservicestellen die Rede. Erarbeitet wurde das Konzept unter dem Titel „Standortkonzept“. ÖGK-Generaldirektor-Stellvertreter Moritz Mitterer präsentierte die Pläne in der Vorwoche im Rahmen einer Videokonferenz den Regionalmanagern und den Vertretern des Betriebsrats.
In einem Protest-E-Mail des Betriebsrats heißt es: „Diese Pläne sorgen für große Verunsicherung. Vor allem bei uns in Oberösterreich haben wir doch die meisten Kundenservicestellen. Für uns als Betriebsrat ist klar: Wir werden nicht tatenlos zusehen.“ Laut dem der „Krone“ vorliegenden Schreiben sind auch die Arbeiterkammer sowie die Gewerkschaft der Privatangestellten eingeschaltet. „Gemeinsam mit unserem Obmann setzen wir alle Hebel in Bewegung, um Verschlechterungen für die Beschäftigten zu verhindern und die Interessen der Kollegen mit Nachdruck zu vertreten.“
So lassen wir uns in Oberösterreich nicht weiter behandeln. Es reicht jetzt endgültig. Das nehmen wir so nicht hin.

SPÖ-Vorsitzender Martin Winkler
Bild: SPÖ
Bundesweit beschäftigt die ÖGK rund 13.000 Mitarbeiter. Ein wesentlicher Teil davon arbeitet in den Kundenservicestellen. Sollten diese tatsächlich wegfallen, wird innerhalb der ÖGK auch mit Kündigungen gerechnet.
Erheblichen politischen Widerstand kündigt Oberösterreichs SPÖ-Landesparteivorsitzender Martin Winkler an: „So lassen wir uns in Oberösterreich nicht weiter behandeln. Es reicht jetzt endgültig. Das nehmen wir so nicht hin. Schwarz-Blau stellt sich in Oberösterreich gegen die Interessen der eigenen Bevölkerung.“
Eine Sprecherin der ÖGK versicherte auf Anfrage der „Krone“, dass an den durchgesickerten Plänen nichts dran sei. Sie meinte aber auch: „Man überlegt sich in der Österreichischen Gesundheitskassen immer wieder Modernisierungen.“
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