„Etwas stimmt nicht“
Italien sagt stark steigenden Flugpreisen Kampf an
In Italien sind die Flugpreise in der Sommerreisezeit stark gestiegen – deshalb möchte die Regierung diese genau unter die Lupe nehmen. Es besteht der Verdacht, dass es sich um rechtswidrige Wettbewerbsverzerrungen handeln könnte.
Industrieminister Adolfo Urso sprach von einem „plötzlichen und ungewöhnlichen“ Preisanstieg und schaltete die Wettbewerbsbehörde AGCM ein, um mögliche Wettbewerbsverzerrungen durch Fluggesellschaften zu prüfen. Von den Preiserhöhungen besonders betroffen sind Flüge nach Sardinien und Sizilien.
Verbraucherschutzverbände begrüßten den Schritt der Regierung, bezweifelten jedoch dessen Wirksamkeit. Der Konsumentenschutzverband Codacons verwies darauf, dass die Wettbewerbsbehörde spekulative Preissteigerungen bei Flugtickets in der Vergangenheit nicht als rechtswidrig eingestuft habe. Deshalb werde der Einsatz des Preiswächters voraussichtlich „keine konkreten Ergebnisse“ bringen.
Preise für Inlandsflüge von Mai auf Juni um 38 Prozent gestiegen
Massimiliano Dona, Präsident der Verbraucherschutzorganisation Unione Nazionale Consumatori (UDC), erklärte, die Preise für Inlandsflüge seien von Mai auf Juni um 38 Prozent gestiegen. Es bedürfe keiner Untersuchung, um festzustellen, dass „etwas nicht stimmt“. Auch er Verband Assoutenti kritisierte seit Jahren stark steigende Ticketpreise in Zeiten hoher Reisenachfrage.
Die Initiative der Regierung fällt mit anhaltenden Problemen im Bahnverkehr zusammen. Wegen Bauarbeiten am Bahnknoten Florenz erlebt Italiens Bahnverkehr chaotische Zustände. Das Angebot im italienischen Hochgeschwindigkeitsverkehr ist bis kommenden Freitag um etwa die Hälfte reduziert. Auslöser der Einschränkungen ist der Austausch einer 140 Jahre alten Eisenbahnüberführung im Norden von Florenz.









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