Die Treibstoff-Krise in Russland wird sich weiter verschärfen, denn die Ukraine hat am Mittwoch ihre Schläge gegen den Ölsektor fortgesetzt. Darüber hinaus griff das ukrainische Militär neun Tanker der russischen Schattenflotte im Asowschen Meer mit Drohnen an.
Brände brachen in den Raffinerien von Saratow an der Wolga und Nischnekamsk in Tatarstan tief im Hinterland aus, wie ukrainische und russische Telegramkanäle berichteten. In Saratow knapp 800 Kilometer von der Ukraine entfernt wurde nach Angaben von Gouverneur Roman Bussargin ein Mann getötet. Er bestätigte ansonsten nur Schäden an der zivilen Infrastruktur. Nischnekamsk liegt etwa 1200 Kilometer von ukrainischem Gebiet entfernt:
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Attacken auf die beiden Raffinerien. Seinen Angaben nach hat das ihm unterstellte Militär zudem auch Ziele in den Regionen Woronesch und Baschkortostan angegriffen. Das genaue Ziel dieser Attacken nannte er dabei nicht.
Militärflugplatz bei Moskau getroffen
Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, bis in der Früh seien über russischem Gebiet 415 feindliche Drohnen abgefangen worden. Solche Zahlen sind nicht unabhängig überprüfbar, sie deuten aber auf einen großen Angriff hin. Ein Brand wurde auch von einem Militärflugplatz im Gebiet Woronesch südlich von Moskau gemeldet.
Getroffene Tanker waren laut russischem Gouverneur leer
Der Gouverneur der westrussischen Region Rostow, Juri Sljussar, bestätigte in der Früh zumindest Schäden an zwei Schiffen. Diese seien leer gewesen, somit auch kein Öl ins Meer ausgelaufen, schrieb er bei Telegram. Seinen Angaben nach wurden zwei Seeleute bei der Attacke verletzt. Rettungskräfte hätten die Besatzung eines Tankers von Bord gebracht, fügte er hinzu.
Krim soll isoliert werden
Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine großangelegte russische Invasion. Ihre Gegenangriffe auf die russische Ölindustrie haben bereits einen Treibstoffengpass in vielen Regionen verursacht. Mit den Angriffen auf Öltanker versucht die Ukraine zudem, die von Russland vor zwölf Jahren annektierte Halbinsel Krim zu isolieren. Auch dort gibt es eine massive Benzinkrise. Die Krim kann über den nach der Invasion im Jahr 2022 von Russland eroberten Landkorridor am Schwarzen Meer kaum mehr versorgt werden.
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