Asiatische Shoppingplattformen gewinnen in Deutschland weiter an Bedeutung. Auf Anbieter wie Temu, Shein und AliExpress entfielen im zweiten Quartal 5,3 Prozent der Online-Handelsumsätze – ein Rekordwert.
Das berichtet der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (Bevh) am Montag. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigerten die Portale ihre Umsätze demnach um mehr als 20 Prozent. Der Gesamtmarkt wuchs hingegen lediglich um 5,1 Prozent.
Besonders stark sind die Anbieter laut Verband im Online-Modehandel. In diesem Bereich entfielen inzwischen mehr als 16 Prozent aller Bestellungen auf Temu und Co. „Die asiatischen Plattformen sind vor allem wegen ihrer niedrigen Preise beliebt“, sagte Martin Groß-Albenhausen, stellvertretender Bevh-Hauptgeschäftsführer. Viele Verbraucher berichteten von einem positiven Einkaufserlebnis. Groß-Albenhausen hält es für möglich, dass die Anbieter ihren Umsatzanteil weiter ausbauen.
Zoll jetzt auch auf Billig-Bestellungen
Günstige Waren, die außerhalb der EU bestellt werden, könnten künftig etwas teurer werden. Die Zollregeln wurden zum 1. Juli geändert. Bisher galt eine Ausnahme für günstige Lieferungen, die nun entfällt. Auch für Bestellungen im Wert von unter 150 Euro ist eine Zollabgabe fällig. Pro Warengruppe werden pauschal drei Euro berechnet.
Der Bevh erwartet allerdings – wie auch der Handelsverband in Österreich – kaum Auswirkungen. „Billigimporten aus Asien wird die Abgabe wenig anhaben. Die Anbieter haben bereits begonnen, eigene Logistikstrukturen innerhalb Europas aufzubauen“, sagte Hauptgeschäftsführerin Alien Mulyk.
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