Die aufgehobene Rot-Sperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun schlägt hohe Wellen. Nicht nur der belgische Trainer, der mit seinem Team am Dienstag (ab 2 Uhr MESZ – im sportkrone.at-Liveticker) im Achtelfinale auf Gastgeber USA trifft, sieht darin eine unfaire Entscheidung. Gleich mehrere Experten, zahlreiche Fans und sogar die Politik sind empört. Zumal der Verdacht aufkommt, dass die Entscheidung nach Intervention von US-Präsident Donald Trump getroffen wurde.
„Ich wusste nicht, dass bei der Weltmeisterschaft der 5. Juli eigentlich der 1. April ist – es ein Aprilscherz“, ließ Belgien-Coach Rudi Garcia mit einem gequälten, ironischen Lächeln bei einer Pressekonferenz wissen und bezog sich damit auf eine kurz zuvor von der FIFA gefällten Entscheidung.
Was war passiert? Balogun – mit drei WM-Treffern bester US-Torjäger – war im Sechzehntelfinal-Match gegen Bosnien und Herzegowina nach einem rüden, aber unabsichtlichen Foul gegen Tarik Muharemovic sowie nach VAR-Überprüfung vom Platz gestellt worden. Die normalerweise unmittelbar abzusitzende Sperre wird nun „gemäß Artikel 27 des FIFA-Disziplinarreglements für eine Probezeit von einem Jahr ausgesetzt“.
„Verteidigen den Fußball“
Besonders brisant: Die Aussetzung der Sperre soll erst nach einem Anruf von Trump bei Infantino in die Wege geleitet worden sein! Damit darf der eigentlich gesperrte Torjäger nun gegen die Belgier antreten. Der belgische Verband hat angekündigt, „alle möglichen Optionen“ in dieser Causa zu prüfen.
Dabei gehe es nicht nur darum, die eigene Nationalmannschaft zu schützen, so Garcia: „Wir verteidigen den Fußball“, so der Trainer. Und auch bei zahlreichen Fans ist die Empörung groß, wie an diversen Kommentaren in den sozialen Netzwerken zu lesen ist.
Rooney findet klare Worte
Und auch prominente Namen aus der Fußballwelt melden sich nach und nach zu Wort. „Das ist eine absolute Schande. Infantino sollte sich dafür schämen. Hier steht die Integrität des Sports auf dem Spiel“, findet etwa der ehemalige englische Teamspieler Wayne Rooney gegenüber der BBC besonders klare Worte.
Auch der mögliche neue DFB-Bundestrainer Jürgen Klopp betonte: „Wenn es tatsächlich so war, dass Trump und Infantino das miteinander ausgemacht haben, dann ist das verrückt. Man muss einmal ganz kurz sagen: Das ist unser Spiel, nicht deren Spiel!“
Fassungslosigkeit auch in der Politik
Und selbst Belgiens Politik reagiert. „Wahre Stärke liegt darin, mit Fairplay zu gewinnen. Genau das wird Belgien tun“, betonte etwa Jacqueline Galant, wallonische Sportministerin der französischsprachigen liberalen Reformbewegung, via X.
„Schämt euch!“, schimpfte die sozialdemokratische Oppositionspartei PS. „Wenn Geld die Fäden zieht, verliert die WM jede Glaubwürdigkeit. Die Regeln anzupassen, um Trump zu gefallen, zu versuchen zu schummeln, um zu gewinnen – welch ein bedauernswertes Bild für die FIFA, die Fußball-WM und die USA. Die Regeln müssen von allen respektiert werden, im Sport wie im Leben.“ Die Empörung ist groß – und es bleibt abzuwarten, wie es in der Causa nun weitergeht ...
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