Verbrenner! Allrad!

Toyota arbeitet an einem Mittelmotor-Sportwagen

Motor
06.07.2026 05:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Während sich fast alle Hersteller mit Elektroautos, SUVs und Software beschäftigen, arbeitet Toyota offenbar an etwas, das viele schon abgeschrieben haben: einem kompromisslosen Mittelmotor-Sportwagen.

Dass die Japaner an einem Nachfolger der legendären MR2 arbeiten, gilt mittlerweile als offenes Geheimnis. Jetzt gibt es erstmals konkrete Hinweise, wohin die Reise geht – und die dürften Puristen überraschen.

Denn der neue Sportler soll zwar wie sein berühmter Vorgänger einen Mittelmotor bekommen, auf den klassischen Hinterradantrieb will Toyota aber offenbar verzichten. Stattdessen setzt man auf Allrad.

Für viele Sportwagenfans klingt das zunächst wie ein Stilbruch. Für Toyotas Ingenieure ist es dagegen die logische Konsequenz. Nach ersten Erprobungen habe sich gezeigt, dass die Kombination aus Mittelmotor und Allradantrieb die besten Voraussetzungen für maximale Fahrdynamik biete, erklärt GR-Chefingenieur Naohiko Saito (GR = Gazoo Racing).

Ganz aus der Luft gegriffen ist das nicht. Schließlich setzt selbst Ferrari bei leistungsstarken Mittelmotor-Sportwagen teilweise auf Allrad, um die enorme Leistung besser auf den Asphalt zu bringen.

Toyota FT-SE Concept
Toyota FT-SE Concept(Bild: Toyota)
(Bild: Toyota)
(Bild: Toyota)

Frühestens in vier Jahren
Noch fährt Toyotas Versuchsträger allerdings ausschließlich mit Hinterradantrieb. Der als „Concept M“ bekannte Prototyp dreht bereits seine Runden in der japanischen Langstreckenmeisterschaft Super Taikyu und dient als rollendes Versuchslabor. Bis zur Serienversion ist der Weg aber noch weit. Toyota rechnet frühestens in vier Jahren mit einem Marktstart.

Unter der Haube dürfte ein völlig neuer Zweiliter-Turbobenziner arbeiten. Der intern als G20E bezeichnete Vierzylinder soll bis über 400 PS entwickeln. Geschaltet wird voraussichtlich über eine neue Achtgang-Automatik, die Toyota für GR Corolla und GR Yaris entwickelt hat.

Optisch dürfte sich das Serienmodell eng am spektakulären FT-Se Concept orientieren, das Toyota bereits präsentiert hat. Flach, breit und mit klassischen Mittelmotor-Proportionen würde der Wagen genau jene Lücke schließen, die seit dem Produktionsende der MR2 im Jahr 2007 offengeblieben ist.

Bemerkenswert ist vor allem das Signal, das Toyota damit aussendet. Während viele Hersteller ihre Sportwagenprogramme zusammenstreichen oder konsequent elektrifizieren, investieren die Japaner weiter in emotionale Verbrenner. Zusammen mit GR Yaris, GR Corolla, Supra und der ebenfalls angekündigten Celica entsteht damit Schritt für Schritt wieder eine Modellpalette, wie man sie bei Toyota lange nicht mehr gesehen hat.

Noch sind viele Details offen. Aber eines zeichnet sich bereits ab: Sollte Toyota den neuen Sportwagen tatsächlich zu einem vernünftigen Preis auf die Straße bringen, könnte die Marke bald wieder genau das bauen, womit sie einst Kultstatus erreicht hat – einen leichten, bezahlbaren Sportwagen, der vor allem eines bietet: Fahrspaß.

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