Europas größter Steppensee hat aufgrund der extremen Hitze in den letzten 14 Tagen wieder Wasser verloren. Besteht Grund zur Sorge? Die „Krone“ hat nachgefragt.
Zwei Wochen lang Temperaturen zwischen 35 und fast 40 Grad, dazu anhaltende Trockenheit und starke Sonneneinstrahlung: Die große Hitzewelle von Mitte Juni bis Anfang Juli hat beim Neusiedler See Spuren hinterlassen. Kein Wunder, waren bereits der Winter und das Frühjahr 2026 außerordentlich niederschlagsarm.
23 Zentimeter unter dem Mittel
Lag der Wasserstand am 17. Juni, also einen Tag vor Beginn der Hitzewelle, laut Wasserportal Burgenland noch bei 115,34 Meter über Adria, ist er bis zum 4. Juli um ganze acht Zentimeter auf 115,26 Meter über Adria gesunken. „Damit liegen wir 23 Zentimeter unter dem langjährigen Mittel. Der See hat geschwitzt, ja, aber er ist momentan ohne Einschränkungen nutzbar“, heißt es auf „Krone“-Anfrage aus dem zuständigen Büro von Landesrat Heinrich Dorner.
„Keinen Anlass zur Sorge“
Zum Vergleich: Im hydrologischen Katastrophenjahr 2022, als der Neusiedler See den niedrigsten Wasserstand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1965 aufwies, betrug der Pegeltiefststand 115,09 Meter über Adria. „Davon sind wir trotz der ersten großen Hitzewelle in diesem Jahr zum Glück noch weit entfernt. Es gibt also momentan keinen Anlass zur Sorge.“
Der Schiffsverkehr funktioniere problemlos. Die Wasserrettung und die örtlichen Stützpunktfeuerwehren könnten ungehindert arbeiten. Und auch von den Berufsfischern heißt es: „Den Fischen geht es gut! Sie haben auch aufgrund der gestiegenen Wassertemperaturen – diese lagen Ende Juni bei rund 30 Grad – nicht gelitten.“
Fische passen sich an
Karpfen, Hechte, Schleie und Zander, die im flachen Steppensee leben, könnten sich nämlich an relativ warme Bedingungen anpassen. „Nachdem den Winter über Entschlammungsarbeiten stattgefunden haben und zehn Kilometer Schilfkanäle ertüchtigt wurden, damit die Wasserzirkulation ebenso in den hinteren Bereichen des Schilfgürtels ordentlich funktionieren kann, weist auch die Wasserqualität seit Beginn der großen Tourismussaison Bestwerte auf. Die Yachthäfen rund um den See sind voll mit Booten, auch die Tourismuszahlen passen. Nur Surfen mit Foiling-Boards ist derzeit teilweise nur eingeschränkt möglich“, verlautet aus dem Büro Dorner.
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