„Krone“-Kommentar

Wenn der Milliardär den Papst herausfordert

Kolumnen
06.07.2026 05:00

Gemessen an den Verrücktheiten der Welt, sind Stocker und Babler kreuzbrave Leut, vor denen sich keiner fürchten muss. Sogar Kickl kommt einem fast schon putzig vor, wenn man sieht, wie Tech-Giganten vom Schlag eines Peter Thiel schamlos dort zuschlagen, wo Gott wohnt.

Genau: Die Rede ist von dem mit Spionagetechnik zum Milliardär gewordenen Amerikaner Peter Thiel, der nicht nur mit Trump und Kurz befreundet ist, sondern bei dem auch schon politische Talente aus der SPÖ angeheuert hatten.

Einer breiten Öffentlichkeit ist Thiels Name erst seit Kurzem bekannt. Nämlich seit man bei den vom Wiener Rathaus subventionierten Festwochen auf die doppelt dumme Idee gekommen war, Peter Thiel auf die Bühne einzuladen, um ihn dann unter großem Getöse wieder auszuladen.

Nun war Thiel bei einem Festival in Aspen im Bundesstaat Colorado zu Gast. Dort warf er Papst Leo XIV. vor, dass dieser für Chinas Kommunisten arbeiten würde. Hintergrund der Attacke des Tycoons gegen den Papst ist ein vatikanisches Lehrschreiben, in dem Leo eine stärkere internationale Regulierung von künstlicher Intelligenz fordert.

Thiels Angriff auf den Papst ist keine harmlose Aktion irgendeines Spinners. Hier fordert einer der mächtigsten Unternehmer der Welt den Stellvertreter Christi zum Duell heraus.

Das ist kein schlechter Science-Fiction-Film aus Hollywood. Es ist die weltpolitische Wirklichkeit, die zeigt, wie die Macht auf der Welt jetzt neu verteilt wird.

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