274 neue Spuren

Europol geht gegen Missbrauchsnetzwerke vor

Digital
02.07.2026 12:56
Porträt von krone.at
Von krone.at

Internationale Ermittler sind erstmals gezielt gegen Online-Netzwerke von Männern vorgegangen, die ihre Partnerinnen betäuben und dann sexuell missbrauchen. Die Aufnahmen würden sie anschließend ins Netz stellen. 156 mutmaßliche Opfer und Täter seien identifiziert worden, teilte Europol am Donnerstag in Den Haag mit. 

Der Einsatz im Juni führte nach Angaben von Europol zu 274 neuen Spuren. Deutsche und britische Behörden hatten die Leitunn, die europäische Polizeibehörde koordinierte den Einsatz. Insgesamt waren neun Länder am Einsatz beteiligt. Österreich sei nicht involviert gewesen, wie das Bundeskriminalamt erklärte. Einzelheiten über Täter oder Opfer, wie etwa Heimatländer, nannte Europol mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht.

Im Rahmen der Operation Medusa wurden vier neue Frauenhasser-Netzwerke entdeckt.
Im Rahmen der Operation Medusa wurden vier neue Frauenhasser-Netzwerke entdeckt.(Bild: Europol)

Männer tauschen Videos und Tipps aus
Die Täter sind nach Angaben von Europol vorwiegend Männer, die ihre eigenen Partnerinnen erst betäuben und sie dann sexuell missbrauchen. Aufnahmen davon würden sie in frauenfeindlichen Gruppen in sozialen Medien teilen. Dort tauschten die Täter auch ihre Erfahrungen aus sowie Tipps. Sie informierten auch über die Wirksamkeit der Drogen oder Betäubungsmittel und wie man sich diese beschaffen kann. Im Zuge der jüngsten Operation waren vier neue solcher Netzwerke entdeckt worden.

Diese Verbrechen erinnern an den Fall der Französin Gisèle Pelicot. Sie war von ihrem damaligen Ehemann Dominique über knapp zehn Jahre immer wieder betäubt, missbraucht und Dutzenden Fremden zur Vergewaltigung angeboten worden.

Das „Projekt Medusa“ war im April gestartet worden mit dem Ziel, die Online-Netzwerke hinter diesem Missbrauch zu zerschlagen. Seit April wurden Europol zufolge in den beteiligten Ländern 57 Männer festgenommen und 158 Opfer in Sicherheit gebracht. Im Juni hatte die niederländische Polizei nach Hinweisen ihrer britischen und deutschen Kollegen vier mutmaßliche Täter festgenommen.

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