„Hymne an das Leben“

So macht Gisèle Pelicot betroffenen Frauen Mut

Ausland
17.02.2026 08:47
Porträt von krone.at
Von krone.at

Gisèle Pelicot wurde über Jahre hinweg von ihrem Mann mit Medikamenten betäubt und vergewaltigt, häufig gemeinsam mit Internetbekanntschaften. Der Fall sorgte seit 2024 international für Aufsehen. Jetzt erscheinen die Memoiren der Französin. Sie tragen den Titel „Eine Hymne an das Leben. Die Scham muss die Seite wechseln“.

Die Memoiren der Frau erscheinen weltweit in 22 Sprachen. In Österreich und Deutschland wird das 255 Seiten lange Buch, das Pelicot gemeinsam mit der französischen Journalistin Judith Perrignon geschrieben hat, im Piper-Verlag veröffentlicht.

Internationales Aufsehen um Prozess
Der Avignon-Prozess, bei dem Ende 2024 alle 51 Angeklagten schuldig gesprochen wurden, hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt. In dem Buch erzählt Pelicot, wie sie mit Entsetzen erfuhr, was ihr Ehemann ihr angetan hatte. Die Ermittler legten ihr zum Beweis Fotos vor, die Dominique Pelicot von seinen Taten gemacht hatte. Er hatte sie auf einer Festplatte im Ordner „Missbrauch“ abgelegt.

Warum der Entschluss zu öffentlichem Verfahren?
Gisèle Pelicot beschreibt auch, wie sie sich zu einem öffentlichen Verfahren entschloss und wie sie das Zusammentreffen mit ihren Vergewaltigern vor Gericht erlebte. Viele von ihnen beteuerten während des Verfahrens ihre Unschuld – allerdings vergeblich, da durch die Fotos und Videos untrügliche Beweise vorlagen.

„Habe mich nie als Ikone betrachtet“
„Vor allem bin ich ungemein froh zu wissen, dass eine Frau, die sich beim Aufwachen nicht an den Vorabend erinnern kann, fortan an mich denken wird oder besser gesagt an das, was mir widerfahren ist“, schreibt Pelicot. „Ich möchte nicht als Opfer gesehen werden und habe mich nie als Ikone empfunden oder betrachtet“, betont sie.

Verlag: „Kaum vergleichbare Geschichte“
In Frankreich erscheint das Buch in einer Auflage von 150.000. Der Piper-Verlag machte keine Angaben zur Auflage. „Es ist eine sehr besondere Geschichte, die in unserem Programm kaum vergleichbar ist“, sagte eine Verlagssprecherin.

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