Erinnert eher an Dubai

„Blitzdürre“ verwandelt England in eine Wüste

Ausland
18.08.2026 14:17
Porträt von krone.at
Von krone.at

Großbritannien – insbesondere England – hat aktuell mit einer rekordverdächtigen Trockenheit zu kämpfen. Experten sprechen von einer „Blitzdürre“, die weite Teile des Landes seit Wochen komplett transformiert.

Wer an Großbritannien denkt, hat häufig saftiges Grün vor Augen. Weite Landschaften und feuchtes Klima prägen das Leben auf den britischen Inseln. Doch dieser Sommer ist alles andere als normal. Mehr als 70 Prozent des Landes sind von einer extremen Dürre betroffen.

„Nirgendwo“ im Vereinigten Königreich herrsche nach Angaben der Regierung in London noch der Normalzustand. Demnach sei das Land von einer „Blitzdürre“ erfasst worden, die durch eine Kombination aus „beispiellos geringen Niederschlägen und außergewöhnlich hohen Temperaturen“ entstanden sei. Weite Teile Großbritanniens ähneln Wüstenlandschaften.

Landschaftsbild radikal verändert
Ein besonders bekanntes Beispiel ist Stonehenge. Die Landschaft beim weltberühmten Megalith-Bauwerk ist völlig ausgedörrt. Wo Schafe vor wenigen Monaten noch auf grünem Gras das malerische Landschaftsbild prägten, wird nun Staub und Asche aufgewirbelt.

Dort, im Süden Englands, fiel im Juli lediglich ein Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge. Die Effekte sind dem Pilgerort deutlich anzusehen, wie Vorher-Nachher-Bilder eindrücklich zeigen.

Auch aus der Luft ist der Unterschied deutlich zu erkennen: 

Gleichzeitig sanken vielerorts die Flusspegel, und Landwirte warnten vor möglichen Lebensmittelengpässen infolge von Missernten. In England leben derzeit insgesamt 45 Millionen Menschen in einem Dürregebiet, berichtete die BBC kürzlich. Mehr als 27 Millionen von ihnen sind von Einschränkungen bei der Wassernutzung betroffen.

Wegen der Dürre haben die Behörden bereits zahlreiche Beschränkungen für Bauern und Bürger erlassen. In einigen Regionen ist es zum Beispiel verboten, Pflanzen mit einem Gartenschlauch zu gießen.

Blick auf den Big Ben
Blick auf den Big Ben(Bild: EPA/ANDY RAIN)
Ein Park in London
Ein Park in London(Bild: AFP/HENRY NICHOLLS)
Touristen in Cambridge
Touristen in Cambridge(Bild: EPA/TOLGA AKMEN)
Ein ausgetrocknetes Bachbett im Howden Reservoir
Ein ausgetrocknetes Bachbett im Howden Reservoir(Bild: EPA/ADAM VAUGHAN)
Pegelstände sind historisch niedrig.
Pegelstände sind historisch niedrig.(Bild: EPA/ADAM VAUGHAN)
Auch an den Küsten sind die Spuren deutlich zu erkennen.
Auch an den Küsten sind die Spuren deutlich zu erkennen.(Bild: EPA/NEIL HALL)
Wo vorher grünes Gras war, ist nun alles verbrannt.
Wo vorher grünes Gras war, ist nun alles verbrannt.(Bild: EPA/NEIL HALL)
In weiten Landesteilen hat es seit mehr als einem Monat nicht ordentlich geregnet.
In weiten Landesteilen hat es seit mehr als einem Monat nicht ordentlich geregnet.(Bild: AFP/PETER NICHOLLS)
Die Böden sind komplett ausgetrocknet.
Die Böden sind komplett ausgetrocknet.(Bild: AFP/HENRY NICHOLLS)
Kleine grüne Flecken erinnern an eine Spielfeld.
Kleine grüne Flecken erinnern an eine Spielfeld.(Bild: AFP/JUSTIN TALLIS)
Die Doppeldecker fahren durch Wüstenlandschaften.
Die Doppeldecker fahren durch Wüstenlandschaften.(Bild: AFP/JUSTIN TALLIS)
(Bild: AFP/HENRY NICHOLLS)
Vielerorts gibt es Gartenschlauch-Verbote.
Vielerorts gibt es Gartenschlauch-Verbote.(Bild: AFP/HENRY NICHOLLS)
Etliche Parks sind ebenfalls ausgetrocknet.
Etliche Parks sind ebenfalls ausgetrocknet.(Bild: EPA/ANDY RAIN)

Satte 86 Prozent der Flüsse in England weisen einen abnormalen Wasserstand auf, viele seien zudem „außergewöhnlich niedrig“ – darunter der Fluss Avon in Südwestengland und der Fluss Ely Ouse in Ostengland.

Jetzt drohen Sturzfluten
Diese Woche soll es in weiten Teilen des Landes wieder regnen. Damit endet eine historische, wochenlange Phase extremer Hitze und Trockenheit. Nach Angaben des Met Office werden etliche Regionen den „ersten nennenswerten Regen seit langer Zeit“ erleben.

Doch auch hier zeigt sich dieser Sommer wieder von seiner tückischen Seite. Insbesondere am Donnerstag ist Starkregen angesagt. Die Wetterbehörde warnte vor Sturzfluten und starken Überschwemmungen, da der ausgetrocknete Boden die angesagten Wassermassen nach fünf Hitzewellen nicht aufnehmen kann. 

Es sei zudem wahrscheinlich, dass die Dürre durch den temporären Wettersturz kein Ende finden wird. Speziell im Südosten Englands werde es viele Wochen anhaltenden Regen brauchen, bis sich die Vegetation erholt hat und Flüsse und Stauseen wieder normale Wasserstände aufweisen.

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