Nach der Wahl ist bekanntlich vor der Wahl. Und wenn auch die nächsten Nationalratswahlen – sollte es bei der vollen Legislaturperiode bleiben – erst in drei Jahren stattfinden, wird in den drei Regierungsparteien bereits über die möglichen Spitzenkandidaten diskutiert.
Ob bei der SPÖ Babler überlebt, ist mehr als fraglich. Ob es die NEOS überhaupt wieder in den Nationalrat schaffen, ebenso. Und bei der ÖVP soll es offenbar Christian Stocker trotz seines Alters, trotz des völligen Fehlens eines Kanzlerbonus und trotz der schwachen Umfragen noch einmal wagen.
EINERSEITS mangels echter Alternative, trotz der ständigen Gerüchte um eine Wiederkehr von Sebastian Kurz. Niemand, weder Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer noch irgendein anderer Nachwuchspolitiker, konnte sich in der ÖVP bislang wirklich profilieren.
ANDERERSEITS musste Stocker gerade dieser Tage angesichts seines unglückseligen und missverständlichen Sagers zur Kindererziehung erkennen, wie sehr er als Regierungschef in der Geiselhaft seiner Koalitionspartner ist.
Und wenn die Umfragen stimmen, hätte er in der nächsten Legislaturperiode nur die Wahl zwischen der Kanzlerschaft in einer linkslastigen Vier-Parteien-Regierung gegen die FPÖ oder als Juniorpartner in einer Mitte-rechts-Regierung unter Herbert Kickl. In beiden Fällen wäre seine Position noch viel schwieriger und fragiler, als sie es heute ist. Ob er sich das wirklich antun will?
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