Mann hing aus Fenster
Millionen-Klage nach Horrorflug mit Ryanair
Nachdem ein Passagier in 4500 Metern Höhe teilweise durch ein zerbrochenes Fenster einer Ryanair-Maschine gesaugt wurde, hat der Anwalt des Opfers nun eine Schadenersatzklage angekündigt. Es geht dabei um eine Millionensumme.
Der 61-jährige Serbe Ljubiša Karović hing Mitte Juli mit seinem Kopf und rechten Arm aus dem Kabinenfenster, nachdem dieses durch ein Teil des Triebwerks kaputt geschlagen wurde. Die Maschine war zu diesem Zeitpunkt mit einer Geschwindigkeit mit etwa 600 Kilometer pro Stunde unterwegs – der Passagier überlebte den Horror-Unfall schwer verletzt.
Hier schildert Ljubiša Karović, wie es ihm nach dem dramatischen Vorfall ging:
Rund fünf Wochen nach dem schockierenden Vorfall auf dem Flug FR 1879 von Thessaloniki nach Memmingen in Bayern wurde eine Klage angekündigt: Der griechische Anwalt Vasileios Tsiaras vertritt neben Karović auch 35 weitere der 149 Passagiere. Der Jurist erklärte gegenüber „Bild“: „Nicht nur Herr Karović, sondern auch alle anderen Mandanten schauten bei diesem Ereignis dem Tod ins Auge.“
Es könnt um zweistelligen Millionenbetrag gehen
„Ob wir gegen Ryanair, Boeing, die Wartungsunternehmen oder den Triebwerkshersteller vorgehen – oder gegen mehrere der genannten Unternehmen -, können wir erst mitteilen, wenn der Abschlussbericht der Experten zur Ursache des Triebwerksschadens vorliegt“, erklärte der Anwalt weiter. Er arbeitet für seine Klage mit einer auf Luftfahrtrecht spezialisierten US-Kanzlei aus New York zusammen. Bei der Schadenersatzklage könnte es um einen Betrag in zweistelliger Millionenhöhe gehen, vermutet die „Bild“.
Die US-Behörde NTSB legte unterdessen einen Bericht vor: Demnach soll eine Triebwerksschaufel an der Unglücksmaschine abgebrochen sein. Teile davon hätten den Rumpf und eben das Fenster beschädigt. Im Triebwerk seien zudem auch Vogelreste gefunden worden. „Wir gehen davon aus, dass Vögel diesen drastischen Schaden allein nicht verursacht haben können“, erklärte jedoch der griechische Anwalt. Er will nun prüfen lassen, ob das Flugzeug in den vorgeschriebenen Intervallen gewartet wurde oder ob eine Materialermüdung zu dem Unfall beigetragen hatte.
Zudem sorgen Aussagen von Ryanair-Chef Michael O’Leary für Irritationen: In einem Podcast behauptete der Unternehmer, dass der Passagier nicht aus dem Flugzeug hinausgezogen worden sei. „Zu sagen, dass sich kein Mensch außerhalb des Flugzeugs befunden habe, ist lächerlich. Es gibt ungefähr 70 Personen in dem Flugzeug, die das gesehen haben“, wunderte sich Tsiaras.









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