Starke Ernte-Einbußen

Extreme Dürre lässt Obst und Gemüse verkümmern

Wirtschaft
18.08.2026 13:41
Porträt von krone.at
Von krone.at

Auf Österreichs Feldern und Obstplantagen bietet sich vielerorts ein trauriges Bild. Die extreme Dürre setzt den Pflanzen enorm zu, das wirkt sich auch auf den Ertrag aus. Die Bauern können heuer viel weniger Obst und Gemüse ernten als sonst.

Die Gemüsebauern dürften heuer durchschnittlich um fast die Hälfte weniger ernten als sonst, warnt die Landwirtschaftskammer (LKÖ). Bei den Obstbauern ist die Lage ähnlich angespannt: Sie müssen mit Einbußen von einem Drittel rechnen. Vor allem in den östlichen Obstbauregionen im Land kritisch, grundsätzlich fehlt es laut der Kammer zunehmend an Bewässerungsmöglichkeiten.

Im Obstbau werden rund 40 Prozent der Flächen bewässert. Die Wasserreserven in Speicherteichen und Bewässerungsanlagen schrumpfen aber wegen der extremen Trockenheit immer mehr zusammen. Betroffen sind etwa Äpfel, Birnen oder Zwetschken.

Obst hat „Sonnenbrand“
Die Früchte haben „Sonnenbrand und Hitzeschäden“, außerdem ist das Obst „deutlich“ kleiner, beschreibt Manfred Kohlfürst, Obmann des Österreichischen Branchenverbandes für Obst und Gemüse (ÖBOG). Inzwischen sterben auch immer mehr Bäume ab. Bei Anlagen mit jungen Bäumen seien inzwischen sogar schon ganze Anlagen vertrocknet – das bedeutet: Auch in den kommenden Jahren kann dort nicht geerntet werden.

Die Trockenheit setzt den Obstbäumen zu:

Besonders dramatisch ist die Lage bei Holunder. Dort zeichnet sich aktuell sogar ein Ernteausfall von über 50 Prozent ab, „wobei auch ein Totalausfall nicht mehr ausgeschlossen werden kann“, sagte Kohlfürst.

Gemüse leidet unter Schädlingen
Bei Gemüse hat die Trockenheit „Wachstumsverzögerungen, Notreife, Verbrennungen und anderen Schwierigkeiten“ ausgelöst, klagt Karl Auer, Obmann des Bundesgemüsebauverbandes (BGV). Ein weiteres Problem seien Schädlinge wie Spinnmilben, Thripse und Raupen, die sich bei den warmen Bedingungen verstärkt vermehren. Wenn es zu heiß ist, können laut Auer auch keine geeigneten Pflanzenschutzmittel gegen die Schädlinge eingesetzt werden.

Ohne Bewässerung komme es vielfach zu Totalausfällen, bei Tiefkühlgemüse werden trotz Bewässerung Einbußen über 30 Prozent erwartet. Außerdem führen die hohen Temperaturen dazu, dass verschiedene Kulturen wie Buschbohnen, Grünerbsen oder Edamame gleichzeitig reif werden. „Dadurch entstehen Engpässe bei Ernte, Transport und Verarbeitung“, so die Kammer, die weiterhin auf schnelle Dürrehilfen für Landwirte pocht. 

Die Kammer schätzt die Kosten für Bewässerung, Energie und zusätzlichen Arbeitsstunden auf rund 300 bis 700 Euro pro Hektar – abhängig von der Gemüseart.

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