Egal, wie die Wahlen am kommenden Sonntag ausgehen – gut die Hälfte der Bevölkerung wird damit wenig bis überhaupt nicht zufrieden sein. Es wird an der künftigen Regierung liegen, ganz egal, wie sie aussieht, auch diese Menschen in den nächsten Jahren mitzunehmen.
Die geteilte Stadt: Noch immer trennt die Mur Graz in eine linke und rechte Seite – hier das einst noble Bürgertum, dort das Proletariat. Auch die fußballerische Vorliebe zieht einen mitunter tiefen Graben durch die Landeshauptstadt, ob Schwarz oder Rot mutiert beim einen oder anderen schon zu einer Glaubensfrage. Doch kein anderes Thema teilt die Murmetropole aktuell so wie die Politik.
Dies zeigen auch wieder die Ergebnisse der Forsight-Umfrage im Auftrag von „Krone“ und ORF. So sind 38 Prozent der Befragten der Meinung, die Stadt habe sich in den letzten fünf Jahren positiv verändert – 37 Prozent sind der komplett konträren Ansicht, sehen die Entwicklung negativ. Oder: 51 Prozent sind mit der dunkelrot-grün-roten Mehrheit im Gemeinderat sehr zufrieden, 40 Prozent gar nicht. 47 Prozent verurteilen die viel diskutierte Verkehrspolitik, 45 Prozent sehen sie positiv.
Auch in den täglichen Diskussionen wird der Ton rauer und das liegt eben nicht nur am Wahlkampf. Vielmehr ist es die völlig unterschiedliche Weltanschauung, die dies bewirkt. Deshalb wird es wohl auch die größte Herausforderung der neuen Stadtregierung sein, zu versuchen, diese beiden Lager aufeinander zuzuführen und so die Stadt wieder ein Stück weit zu einen.
Einen schönen und hoffentlich nicht zu heißen Donnerstag!
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