Taxifahrer verprügelt

Eklat um Burschenschafter-Fest: Leoben zeigt Kante

Steiermark Newsletter
23.06.2026 11:04

Leoben und seine Montan-Uni kämpfen um ihr Image: Im Rahmen eines Burschenschafter-Fests soll ein Taxifahrer verprügelt worden sein, die Fahrgäste sollen zudem „Sieg Heil“ gerufen haben. Stadt und Hochschule distanzieren sich. Klare Worte, die in diesem Fall unbedingt notwendig sind. 

Montanuni-Rektor Peter Moser ist mehrfach gefordert: mit den drohenden Budgetkürzungen für Universitäten, mit gesunkenen Anfängerzahlen bei den Studierenden, aber auch mit dem Image Leobens als Sammelbecken deutschnationaler Burschenschafter. Seit einigen Jahren versucht die Uni, auf Distanz zu diesen Studentenverbindungen zu gehen, sie lässt derzeit zudem die Rolle der Uni im Nationalsozialismus wissenschaftlich aufarbeiten.

Ein aktueller Vorfall zeigt, wie notwendig diese Distanzierung ist. Am vergangenen Wochenende lud die Burschenschaft Leder zu einem Fest. Zu Gast war dabei der umstrittene deutsche Politiker Matthias Helferich, der sogar der AFD zu extrem ist. Nicht nur das: Im Rahmen des Fests soll ein Taxifahrer von Burschenschafter verprügelt worden sein, nachdem sie unter anderem „Sieg Heil“ gerufen haben sollen.

Am Montag stellte zunächst der Leobner Bürgermeister Kurt Wallner klar: „Die Vorwürfe rund um NS-Parolen, Wiederbetätigung und Gewalt gegen einen Taxilenker sind zutiefst verstörend und auf das Schärfste zu verurteilen. Dafür gibt es in Leoben keinen Platz.“ Künftig wird es keine Vermietung städtischer Räumlichkeiten an die Burschenschaft Leder und „auch nicht an andere politisch extremistische Organisationen“ geben.

Kurz darauf ließ auch die Montanuni wissen: „Haltungen und Handlungen, die den Prinzipien einer offenen, pluralen und demokratischen Universität widersprechen, haben keinen Platz an der Montanuniversität Leoben.“ Die Burschenschaft Leder wird an kommenden Veranstaltungen der Hochschule nicht mehr teilnehmen dürfen. 

Im Fall des verletzten Taxifahrers ermittelt auch die Direktion für Staatsschutz und Nachrichtendienst – hoffentlich mit ebenso viel Erfolg und Nachdruck wie im Vorjahr, als nach dem Akademikerball in Graz ein Ballbesucher auf dem Heimweg überfallen, schwer verletzt und seiner Burschenschafter-Kappe (Couleur) beraubt wurde. Eine konsequente rechtliche Aufarbeitung wäre ein wichtiger Schritt, damit sich der deutschnationale Mief in der Montanstadt nicht weiter breitmacht.

Kommen Sie gut durch diesen Dienstag! 

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