Sich an Hitzetagen durch die Stadt zu bewegen, kann zur echten Herausforderung werden. Aufgeheizter Asphalt und Wärme abstrahlende Hausfassaden können Fußwege zur Belastungsprobe machen. Der VCÖ fordert daher auch für Vorarlberg Gegenmaßnahmen.
Zwölf Hitzetage hat es heuer bereits in Bregenz und Dornbirn gegeben, am Donnerstag folgt der 13., weist die Mobilitätsorganisation VCÖ auf Daten von Geosphere Austria hin. In Bludenz und Feldkirch wird bereits Hitzetag Nummer 14 gezählt. Hitze ist eine Gesundheitsgefahr mit potenziell tödlichen Folgen. Laut AGES gab es im Vorjahr in Vorarlberg 26 vorzeitige Todesfälle durch Hitze, im Jahr 2024 sogar 30. Allein in den vergangenen fünf Jahren verzeichnete Vorarlberg 124 Hitzetote.
Der VCÖ nimmt nun jene Flächen ins Visier, die sich besonders stark aufheizen und dadurch Abkühlung erschweren – Parkplätze. Ob bei Baumärkten, Supermärkten, Firmen oder Freizeiteinrichtungen – die Zahl großer Parkflächen ist hoch. „Viele Großparkplätze sind eine Asphaltwüste. In der prallen Sonne heizt sich Asphalt auf rund 60 Grad Celsius auf. Damit wird sowohl tagsüber als auch in der Nacht die Belastung für Bewohnerinnen und Bewohner in der Umgebung verschärft“, macht Klara Maria Schenk vom VCÖ aufmerksam. Der Asphalt speichert die Wärme und gibt sie in der Nacht ab, was die Abkühlung beeinträchtigt.
Bäume pflanzen
Was lässt sich also dagegen unternehmen? Wirksame Maßnahmen, um die Hitzebelastung durch Parkplätze zu reduzieren, sind Entsiegelung und Begrünung. Daher fordert der VCÖ für Parkplätze ab einer Größe von 30 Abstellplätzen, dass verpflichtend Bäume zu pflanzen sind und Flächen entsiegelt und begrünt werden müssen. „Mehr Schatten auf Parkplätzen schafft eine Win-win-Situation: Für die Anrainerinnen und Anrainer verbessert sich das Mikroklima, und gleichzeitig können Autos im Schatten parken“, stellt Schenk fest. Der VCÖ erinnert daran, dass sich der Innenraum von in der Sonne parkenden Autos innerhalb von 15 Minuten auf rund 45 Grad aufheizen kann.
Schatten auch auf Gehwegen notwendig
Auch asphaltierte Straßen ohne jedes Grün kritisiert der VCÖ: Liegen diese Straßen in der prallen Sonne, heizen sie sich dermaßen auf, dass es vulnerablen Gruppen kaum möglich ist, diese Wege noch zu benutzen. „Umso wichtiger ist es, entlang der Fahrbahn Bäume zu pflanzen, Flächen zu entsiegeln und zu begrünen. Schatten reduziert die Oberflächentemperatur von Asphalt um bis zu 25 Grad Celsius, Grasflächen sind in der Sonne um rund 20 Grad kühler als Asphalt“, verdeutlicht Schenk. Handlungsbedarf besteht aber auch bei vielen Wartezonen von Fußgängerampeln. Sind diese der Sonne ausgesetzt, ist das vor allem für ältere Menschen eine massive Belastung. Der VCÖ fordert daher kürzere Rotphasen bei Fußgängerampeln sowie Maßnahmen, damit auch Warteflächen beschattet werden.
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