Drei Damen und vier Herren lieferten sich gestern in unserer Redaktion eine heiße Diskussion – die Elefantenrunde ist heute Abend um 21.45 Uhr zu sehen auf krone.tv! Wer überzeugte bei Themen wie Verkehr, Finanzen, Wohnen? Die Grazer Politiker im „Krone“-Check.
Elke Kahr: So sehr sich ihre Mitbewerber auch abmühen, dieser Frau kann niemand auch nur annähernd das Wasser reichen. Nach Jahrzehnten in der Stadtpolitik ist Elke Kahr die Routinierteste, thematisch sattelfest und vor allem authentisch. Dass ihr Graz und die Menschen am Herzen liegen, nimmt man ihr ab. Das Problem für die KPÖ: Was passiert, wenn die Ausnahmepolitikerin einmal nicht mehr antritt?
Kurt Hohensinner: Dem smarten ÖVP-Politiker gelingt es geschickt, seine Botschaften zu platzieren und sich als Anwalt der Autofahrer und von der Linksregierung Enttäuschten zu positionieren. Doch wenn sein Hauptprogramm darin besteht, vermeintliche Fehler der Koalition anzuprangern, ist das zu wenig. Das Image, einst Ziehsohn des abgewählten Stadtchefs Siegfried Nagl gewesen zu sein, wird er nicht mehr los.
Judith Schwentner: Geht es um Öffis und den Umweltschutz, wird die grüne Frontfrau emotional. Die aktuelle Hitzewelle kommt der Vizebürgermeisterin zupass, wenn sie gegen die zunehmende Bodenversiegelung in der Landeshauptstadt wettert. Ihr eigenes Klientel spricht Schwentner damit an, mehrheitsfähig sind ihre Positionen jedoch nicht. Auch, weil sie als Person zu stark polarisiert.
Rene Apfelknab: Er ist nicht der Mann der großen und lauten Worte, fast schüchtern wirkt der freiheitliche Spitzenkandidat in der Runde. Auf große Debatten lässt er sich nicht ein, seine Antworten wirken eingelernt. Vom Auftreten her ist Apfelknab das genaue Gegenteil eines polternden Herbert Kickl: Das macht ihn zwar sympathisch, doch die blauen Bäume lässt er damit nicht in den Himmel wachsen.
Doris Kampus: Neben Elke Kahr verbucht Doris Kampus die meisten Sympathiepunkte. Nach fast zehn Jahren in der Landesregierung ist sie rhetorisch und inhaltlich stets am Punkt. Ihre persönliche Situation – Tochter Flora sitzt im Rollstuhl – macht das Engagement der SPÖ-Politikerin für Gesundheit und Pflege glaubwürdig. Dennoch läuft sie Gefahr, am Sonntag zwischen KPÖ und Grünen zerrieben zu werden.
Philipp Pointner: Dass der Neos-Mann für Themen wie Bildung oder Kindergärten brennt, ist gut. Und auch nicht zu überhören: Pointner wird schnell laut und tut sich schwer, seine Emotionen im Zaum zu halten. Das irritiert auch innerparteilich – ebenso wie seine plötzliche Öffnung in Richtung der Kommunisten. Aus taktischer Sicht ist dem Musiker damit allerdings ein Schachzug gelungen.
Michael Winter: Der KFG-Politiker ist der böse Bube der Runde. Seine Kritik an Schwentners Politik mag ihre Berechtigung haben, rhetorisch überzieht der Polizist aber: Der Grünen „Hass auf die Autofahrer“ vorzuwerfen, ist unfair und unpassend. Konstruktive Vorschläge kommen von ihm kaum, es geht ihm nur um Schlagworte. Für den Einzug in den Grazer Gemeinderat ist das wohl zu wenig.
Egal, wie Sie sich entscheiden – das Wichtigste ist, Sie gehen am Sonntag wählen. Einen schönen Tag!
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