Vom Sonnenaufgang am Kragenjoch über den Wildschönauer Höhenweg bis zu geführten Bike- und Naturtouren. Die „Krone“ war im Hochtal der Kitzbüheler Alpen unterwegs und hat die beliebtesten Sommererlebnisse der Region ausprobiert.
Über den Hängen oberhalb von Niederau gleiten bunte Schirme durch die Luft. Das Markbachjoch gilt als einer der beständigsten Paragleit-Startplätze Tirols. Es ist das erste Bild, das bleibt. Wildschönau macht keinen Lärm!
Bergsommer mit allem, was dazugehört
Das Hochtal in den Kitzbüheler Alpen liegt rund 24 Kilometer südlich von Wörgl. Niederau, Oberau, Auffach und Thierbach bilden die vier Ortsteile der Gemeinde. Dazwischen findet man Bauernhöfe mit Lüftlmalerei, Kapellen, Almen und Wiesen. Thierbach gilt auf 1150 Metern als höchstgelegenes Kirchdorf der Kitzbüheler Alpen, mit rund 160 Einwohnern und einer Handvoll Alpakas.
Vom Bahnhof Wörgl dauert die Fahrt dreißig Minuten. Regionalbus und Wanderbus verbinden die wichtigsten Orte und Ausgangspunkte. Mit dem Check-in erhalten Gäste die Wildschönau-Card, die unter anderem geführte Wanderungen, E-Bike-Touren und Familienprogramme umfasst. Bei Partnerbetrieben gibt es zudem die Premium-Card, die auch die Bergbahnen einschließt.
Gratwanderung mit kulinarischem Ziel
Wer damit beispielsweise auf das Markbachjoch fährt, hat gleich zwei Optionen: Ein kinderwagentauglicher Weg führt gemächlich zur Holzalm, mit bereits beachtlicher Aussicht. Wer weiterwandert, folgt dem Wildschönauer Höhenweg über Feldalphorn, Schwaigberghorn und Breiteggern zur Schönangeralm. Rund 15 Kilometer, vier Gipfel, gut sechs Stunden.
Die Route trägt das Tiroler Bergwege-Gütesiegel und verlangt Trittsicherheit sowie gute Kondition. Im Frühsommer leuchten die Hänge rosa, wenn eines der größten Almrosengebiete Tirols in Blüte steht. An der Schönangeralm endet die Tour, wo täglich tausende Liter Almmilch zu prämiertem Bergkäse verarbeitet werden. Zum Abschluss gehört ein Krautinger auf den Tisch. Ein Schnaps aus weißen Stoppelrüben, der nur in der Wildschönau gebrannt wird und dessen Platz in der regionalen Tradition unbestritten ist.
Um vier Uhr morgens verteilt Bergwanderführerin Sonja Stirnlampen, dann setzt sich die kleine Gruppe in Bewegung. Der Weg auf das 1387 Meter hohe Kragenjoch führt durch Waldstücke und über Almwiesen. Schritt für Schritt dem Morgen entgegen. Beim Gipfelkreuz öffnet sich der Blick auf den Wilden Kaiser und auf ein Inntal, das gerade erwacht.
Bis zu den Oberschenkeln im Moor, mit Lupe in der Hand: Die geführte Moorexkursion in der Wildschönau zählt zu den spannendsten Programmpunkten des Sommers. Moore sind Hochleistungsarchive. Jede Schicht konserviert Pollen, Samen und ganze Klimaperioden. Mit etwas Glück lassen sich seltene Libellen, Sonnentau oder Wollgras entdecken.
Herzstück im Familienpark Drachental ist der Alpine Coaster „Drachenflitzer“ (im Bild). Dazu kommen Abenteuer-Golf, Bike-Trail, Spielsee, Bewegungsparcours und Kugelbahnen. Mit der Wildschönau-Card ist das Kinderanimationsprogramm inklusive.
Von Oberau starten geführte E-Bike-Touren in Richtung Schatzberg. Die klassische Runde umfasst rund 25 Kilometer und fordert die Kondition mit etwa 1400 Höhenmetern. Insgesamt stehen in der Region mehr als
20 ausgewiesene Routen zur Auswahl.
Wiesenbärenklau, Spitzwegerich, Ringelblume – was am Wegrand wächst, bekommt auf der Kräuterwanderung Namen, Geschichte und Verwendung. Kräuterpädagoginnen erklären die traditionelle Nutzung in der Küche und Heilkunde. Und nebenbei auch, warum aus der weißen Stoppelrübe der Schnaps wird, den es nur in der Wildschönau gibt.
Das Erste Tiroler Holzmuseum in Auffach widmet sich dem Werkstoff, der die Geschichte der Region geprägt hat. Mehr als 3000 Ausstellungsstücke zeigen traditionelle Handwerkskunst, Schnitzereien, Möbel und Alltagsgegenstände aus Holz. Ergänzt wird das Museum durch einen spannenden Themenweg mit dreizehn Stationen.
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