Gran Canaria

Spaniens Inselvielfalt

Reisen & Urlaub
23.07.2026 13:00

Zwischen goldenen Sanddünen, schroffen Vulkanbergen und malerischen Fischerhäfen zeigt Gran Canaria auf engstem Raum eine erstaunliche Vielfalt. Wer die Insel nur vom Strand kennt, verpasst ihre spektakulärsten Seiten.

„Noch einen Cortado?“ Der ältere Herr hinter der Bar im Hafen von Puerto de Mogán lächelt, ohne meine Antwort abzuwarten. Mit geübter Bewegung schiebt er die Tasse unter die Espressomaschine, während draußen bereits die ersten Sonnenstrahlen über den Atlantik klettern. Fischer entladen ihren Fang, Möwen kreischen über dem Hafen, irgendwo klappert Geschirr und es riecht nach frisch geröstetem Kaffee, salziger Meeresluft mit ein wenig Sonnencreme.

Puerto de Mogán zählt zu den schönsten Orten der Insel und gilt als das Venedig Gran Canarias. Zwischen den weißen Häusern mit ihren farbenfrohen Fensterläden und blühenden Bougainvilleen ziehen sich schmale Wasserkanäle hindurch, die von kleinen Brücken überspannt werden. Anders als in den großen Ferienzentren im Süden geht es hier deutlich ruhiger zu. Am Jachthafen schaukeln Segelboote im Wasser, Restaurants servieren fangfrischen Fisch und auf der autofreien Promenade scheint die Zeit etwas langsamer zu vergehen. Besonders beliebt ist der Wochenmarkt am Freitag, wenn sich die engen Gassen mit Einheimischen und Besuchern füllen.

INFOS

ALLGEMEINE AUSKÜNFTE

AUSFLUGS-TIPP:

  • Geführte Tour zum Vulkan-Sonnenuntergang mit Verkostung lokaler Speisen ab 113 Euro p. P. – buchbar über diverse Plattformen, etwa www.getyourguide.de 

RESTAURANT-EMPFEHLUNG:

  • Restaurant Mi Vida in Puerto de Mogán in wunderschöner Umgebung und mit Blick auf den Jachthafen

Doch es wäre nicht Gran Canaria, würde die Insel ihr schönstes Gesicht bereits an der Küste zeigen. Kaum verlässt man Puerto de Mogán, schraubt sich die Straße in engen Kurven hinauf ins Inselinnere. Palmen weichen Pinien, trockene Hänge werden zu grünen Tälern – und mitten in dieser Landschaft erhebt sich der Roque Nublo. Der 80 Meter hohe Basaltfelsen auf 1813 Meter Höhe gilt als Wahrzeichen der Insel und wurde bereits von den Guanchen als heiliger Ort verehrt. Nach einer kurzen Wanderung wird man mit einem spektakulären Panoramablick belohnt, der bei klarer Sicht sogar bis zum Teide auf Teneriffa reicht.

Die gewaltige Schlucht Barranco de Guayadeque.
Die gewaltige Schlucht Barranco de Guayadeque.(Bild: Rudi Ernst – stock.adobe.com)
Der Felsen „Ventana del Nublo“.
Der Felsen „Ventana del Nublo“.(Bild: Comofoto - stock.adobe.com)

Nur wenige Kilometer weiter liegt mit dem Pico de las Nieves der höchste Punkt der Insel. Auf 1949 Metern eröffnet sich vom Aussichtspunkt ein beeindruckender Blick über tiefe Schluchten, Pinienwälder und den markanten Roque Nublo. Wenige Schritte entfernt rahmt die natürliche Felsöffnung der Ventana del Nublo den Basaltfelsen ein – ein beliebtes Fotomotiv. Oft liegt morgens ein Wolkenmeer unterhalb der Gipfel. Nicht weniger faszinierend ist der Barranco de Guayadeque. In der gewaltigen Schlucht erinnern Höhlenwohnungen, kleine Kapellen und in den Fels gebaute Restaurants an die Zeit der Guanchen

Die goldenen Dünen von Maspalomas.
Die goldenen Dünen von Maspalomas.(Bild: daliu - stock.adobe.com)

Den perfekten Kontrast dazu bilden die berühmten Dünen von Maspalomas. Die etwa 400 Hektar große Sandlandschaft erinnert eher an die Sahara als an eine Atlantikinsel. Zwischen ständig vom Wind geformten Dünen liegt die Lagune La Charca, ein bedeutender Rastplatz für Zugvögel, der sich besonders zum Sonnenuntergang von seiner schönsten Seite zeigt.

Und plötzlich sitzt man wieder am Hafen von Puerto de Mogán, bestellt einen Cortado und hat das Gefühl, gar nicht mehr wegzuwollen.

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