Oft lange unerkannt

Nicht nur Raucherhusten! COPD kostet Menschenleben

Atemnot, Husten und Auswurf – mit schwerwiegenden Folgen! In Österreich leben bis zu 800.000 Menschen mit COPD. Laut WHO ist das Lungenleiden weltweit die dritthäufigste Todesursache. Wichtig wäre ein sofortiger Rauchstopp und frühe Behandlung. Doch fehlt oft die Krankheitseinsicht oder -wahrnehmung.

COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) betrifft die tiefen Atemwege und führt zu einer dauerhaften Verengung der Bronchien mit fortschreitender Symptomatik. Typisch sind Atemnot – z.B. beim Gehen oder Stiegensteigen – , Husten, vermehrter Auswurf sowie ein wiederkehrendes Aufflammen der Erkrankung mit deutlicher Verschlechterung (Exazerbationen).

„Betroffene haben chronischen Husten und Auswurf – häufig mit Abhusten des Schleims besonders morgens bzw. nach dem Aufstehen sowie Atemnot. Diese ist anfangs nur bei Belastung spürbar, später dann durchgängig“, erklärt Dr. Christian Maté, Allgemeinmediziner und Vorsorgeexperte aus Wien. Diese Anfangssymptome werden allerdings oft nicht erkannt oder nicht ernst genommen. Anhaltende Erkältungssymptome oder der vermeintlich harmlose Raucherhusten können jedoch auf eine COPD hinweisen und sollten abgeklärt werden.

Symptome bleiben unbekannt und unbeachtet
Viele wissen daher nichts von ihrer Erkrankung. Schätzungen zur Dunkelziffer bewegen sich europaweit um die 80 Prozent. Und auch der Zusammenhang von Rauchen und COPD ist in der Bevölkerung nicht ausreichend bekannt, obwohl bei 7 von 10 Betroffenen Tabakrauch für die Entstehung der Erkrankung verantwortlich zeichnet.

„Es erkranken hauptsächlich Raucher – dies betrifft natürlich vor allem Zigaretten, aber auch E-Zigaretten, Vapes, Tabakpfeifen, Wasserpfeifen und Passivrauch erhöhen das Risiko“, gibt Dr. Christian Maté zu bedenken.

Frauen sind stärker betroffen!
Frauen, die rauchen, haben eine um 50 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, COPD zu entwickeln als Männer! Sie weisen überdies einen erheblich stärkeren Rückgang der Lungenfunktion auf. Zudem haben Frauen ein erhöhtes Risiko für Exazerbationen (Schübe deutlicher Verschlechterung) und ein höheres Risiko einer Krankenhausaufnahme aufgrund von COPD. Sie sterben auch öfter an diesem Lungenleiden als Männer.

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Kompletter Verzicht auf das Rauchen bzw. Vermeidung von Passivrauchen ist die wichtigste Maßnahme gegen COPD!

Dr. Christian Maté, Allgemeinmediziner aus Wien

Treten oben genannte Symptome auf, sollte man diese nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern an COPD denken und eine medizinische Beratung suchen. Auch Patienten, die relevante Vorerkrankungen haben, häufig an unteren Atemwegsinfektionen leiden oder regelmäßig Schadstoffen wie etwa Tabak, Dämpfen, Gasen oder Stäuben ausgesetzt sind, sollten sich jedenfalls auf COPD untersuchen lassen. Denn frühe Diagnose und anschließende Behandlung verbessern Symptome, Lungenfunktion und Lebensqualität deutlich.

Die gesamten Gesundheitsausgaben für COPD werden in Österreich auf bis zu 500 Millionen Euro geschätzt. Diese Krankheit bedeutet eine enorme Kostenbelastung für das Gesundheitssystem. 

Welche Behandlung infrage kommt
Neben der Reduzierung von Risikofaktoren wie Rauchen und einer frühzeitigen Diagnose sind maßgeschneiderte Therapien wichtig. Außerdem profitieren Patienten von körperlicher Aktivität, am besten im Rahmen geführter Trainingsgruppen, Ernährungsberatung bei Untergewicht (Untergewicht verschlechtert die Prognose bei COPD) und Physiotherapie. Dort lernen sie spezielle Atemtechniken oder das Abhusten von Schleim.

Zum Einsatz kommen inhalative Medikamente, welche die verengten Bronchien eine gewisse Zeit lang erweitern und so die Atemnot bessern können. Zudem auch inhalative Kortisonpräparate, wie sie auch beim Asthma eingesetzt werden. Sie sollen die Entzündung der Bronchialschleimhäute hemmen.

Schleimlösende Medikamente („Mukolytika“) können für manche einen Nutzen in Hinblick auf das Vermeiden von Exazerbationen bringen. Bei schwerer COPD mit stark eingeschränkter Versorgung des Körpers mit Sauerstoff können die Patientinnen und Patienten von einer sogenannten Langzeit-Sauerstofftherapie profitieren. Dabei wird der zusätzliche Sauerstoff für mindestens 15 Stunden täglich eingeatmet.

Nicht heilbar, aber gut zu behandeln
COPD ist zwar nicht heilbar, aber gut behandelbar. Mit konsequentem Rauchstopp, Impfungen, moderner Therapie und besserer Versorgungsorganisation kann man Krankheitsverschlimmerungen verhindern, Spitalaufnahmen reduzieren und Lebensqualität sichern.

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