Energiezukunft

„Lünerseewerk II“: Ein Projekt der Superlative

Vorarlberg
28.07.2026 19:00
Porträt von Harald Küng
Von Harald Küng

Die Illwerke-VKW starten das Behördenverfahren für das neue Pumpspeicherkraftwerk am Lünersee. Das Vorhaben stellt eines der größten Infrastrukturprojekte in der Geschichte des Landes dar.

Es sei in jeglicher Hinsicht ein echtes „Generationenprojekt“, sagte Landeshauptmann Markus Wallner bei der gestrigen Pressekonferenz zum Großprojekt „Lünerseewerk II“, „sowohl was die Mengen, die hier produziert werden können, als auch die Höhe der Investition betrifft“. In wenigen Tagen, am 31. Juli, wird das Projekt zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) eingereicht.

Wallner und Illwerke-Vorstand Gerd Wegeler betonten im Rahmen der Pressekonferenz die immense Bedeutung des Kraftwerks für die Energiezukunft Vorarlbergs und die gesamte europäische Versorgungssicherheit. Das Projekt sei eine Antwort auf die zukünftigen Anforderungen eines von Wind- und Sonnenenergie geprägten Stromnetzes, das flexible Leistung und große Speicherkapazitäten benötigt. Vorarlberg würde das tun, was es schon seit jeher am besten kann – die Kraft des „Bodenschatzes Wassers“ nutzen: „Wir sind ein Land, das mit Wasser gesegnet ist. Und wir können unser Know-how zum richtigen Zeitpunkt einbringen, nämlich Speichertechnologie der Zukunft zur Verfügung stellen. Ohne Speichertechnologie keine erfolgreiche Energiewende.“

Zitat Icon

Das Ländle ist mit Wasser gesegnet. Wir können unser Know-how zum richtigen Zeitpunkt einbringen und Speichertechnologie der Zukunft zur Verfügung stellen.

Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP)

Die Leistung eines Atomkraftwerks
Das „Lünerseewerk II“ strotzt nur so von beeindruckenden Zahlen: So soll das Speicherkraftwerk mit drei hochflexiblen Maschinensätzen eine Leistung von 1100 Megawatt im Turbinenbetrieb und 1050 Megawatt im Pumpbetrieb erreichen. Das sind Leistungswerte eines durchschnittlichen modernen AKWs. Die im Lünersee speicherbare Energiemenge von rund 240 Gigawattstunden entspricht der Kapazität von etwa 25 Millionen herkömmlichen Haushaltsspeichern.

Am 31. Juli 2026 wird das Projekt zur UVP eingereicht. Die Projektverantwortlichen gehen von ...
Am 31. Juli 2026 wird das Projekt zur UVP eingereicht. Die Projektverantwortlichen gehen von einem raschen Beschluss aus, da die Bauarbeiten zum größten Teil im Inneren des Berges stattfinden.(Bild: Harald Küng)

Ein zentraler Vorteil ist die Nutzung des bereits bestehenden Sees sowie die Einbindung vorhandener Infrastruktur. Die wesentlichen Anlagenteile wie Druckstollen, Druckschacht, Wasserschloss und Krafthauskaverne befinden sich unterirdisch – rund um den idyllischen Lünersee wird hingegen nur wenig darauf hinweisen, dass im Inneren des Berges ein leistungsstarkes Kraftwerk schlummert.

2,65 Mrd. Investitionsvolumen

2,65 Mrd. Euro beträgt das Investitionsvolumen für das „Lünerseewerk II“. Das Projekt stärkt nicht nur die Energieautonomie, sondern schafft auch Wertschöpfung und Beschäftigung.

Entlastung für die Region während Bauphase
Wenn alles nach Plan verläuft – gerechnet wird mit einem Beschluss Ende 2028 -, soll bereits 2029 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Die Hauptbaubereiche befinden sich dabei in Bürs sowie vor Brand, wo die Arbeiten mehr oder weniger zeitgleich starten werden. Um die Gemeinden zu entlasten und auch den Tourismus in der Region nicht zu beeinträchtigen, erhält Bürs temporär einen eigenen Autobahnanschluss. Durch diese Maßnahme kann weitestgehend verhindert werden, dass der Baustellenverkehr durch die Siedlungsbereiche führt.

Teilinbetriebnahme ab dem Jahr 2036
Kommen die Bauarbeiten planmäßig voran, könnte zumindest der erste Teil der „grünen Batterie für die Alpen“ schon im Jahr 2036 in Betrieb gehen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

15° / 28°
Symbol wolkenlos
14° / 30°
Symbol wolkenlos
16° / 30°
Symbol wolkenlos
14° / 30°
Symbol wolkenlos
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung