Heftiges Erdbeben

Japan: Verzweifelte Suche nach Vermissten hält an

Ausland
28.07.2026 19:29
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bei einem Erdbeben der Stärke 7,1 sind am Dienstag in Japan mehrere Menschen ums Leben gekommen. Nach dem Einstürzen eines Einkaufszentrums in Kumamoto suchen Einsatzkräfte weiterhin verzweifelt nach vermissten Personen.

In dem Einkaufszentrum seien die Menschen direkt nach dem ersten Erdbeben evakuiert worden, sagte ein Sprecher. Allerdings habe es danach eine Explosion gegeben. „Es sah um uns herum aus, als würde Vulkanasche herabfallen“, sagte ein Augenzeuge.

Vermutlich Gasleck schuld an Explosion
Die Behörden gehen davon aus, dass die Explosion im japanischen Einkaufszentrum Aeon Mall Kumamoto, das nach dem heutigen Erdbeben teilweise einstürzte, durch ein Gasleck verursacht worden sein könnte, berichtete der CNN-Partner „TV Asahi“.

Beben in zehn Kilometern Tiefe
Das Hauptbeben der Stärke 7,1 ereignete sich am Dienstag in der Region Kumamoto auf der südwestlichen Hauptinsel Kyushu. Das Epizentrum lag nach Angaben der Behörden in einer Tiefe von zehn Kilometern. Die Behörden hoben eine zunächst ausgegebene Tsunami-Warnung später wieder auf. Auch mehrere Personen, die sich zum Zeitpunkt des Bebens in einem Hochgeschwindigkeitszug befanden, wurden verletzt, wie die Zeitung „Nikkei“ berichtete.

Einsatzkräfte nach dem Einsturz eines Einkaufszentrums in Kashima
Einsatzkräfte nach dem Einsturz eines Einkaufszentrums in Kashima(Bild: AP/APA Images/Kazuki Wakasugi)
Zahlreiche Gebäude wurden zerstört und Brände brachen aus.
Zahlreiche Gebäude wurden zerstört und Brände brachen aus.(Bild: AFP/JIJI PRESS)
Mindestens 50 Menschen wurden in Krankenhäuser gebracht.
Mindestens 50 Menschen wurden in Krankenhäuser gebracht.(Bild: EPA/JIJI PRESS)

Japans Regierungschefin Sanae Takaichi wies ihre Ministerien an, die Lage rasch zu erfassen und alle notwendigen Notfallmaßnahmen einzuleiten. „Ich bitte alle, sich in Sicherheit zu bringen.“ Sie kündigte an, 3600 Soldatinnen und Soldaten zur Unterstützung bei den Bergungsarbeiten zu entsenden. Auf X schrieb sie, dass die Behörden „die ganze Nacht hindurch“ arbeiten würden.

Mehrere Verletzte und Stromausfälle
Nach ersten Berichten wurden mehrere Menschen getötet und verletzt. Beim japanischen Fernsehsender NHK hieß es, bei der Feuerwehr seien zahlreiche Notrufe eingegangen. Gebäude stürzten ein, Brücken und Straßen wurden beschädigt. Auch Brände brachen laut der Regierung aus. Mindestens 50 Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht.

Besonders stark betroffen ist die Präfektur Kumamoto. Dort fiel nach Behördenangaben in rund 48.000 Haushalten der Strom aus.

Hier sehen Sie Aufnahmen aus Kumamoto:

Nachbeben und Straßensperren
Kurz nach dem Hauptbeben wurde die Region von mehreren starken Nachbeben erschüttert. Auf Kyushu mussten laut NHK mehrere Autobahnabschnitte – vor allem in der Präfektur Kumamoto – gesperrt werden.

Erdbebenwarnung gilt noch eine Woche lang
Entwarnung gab es hingegen von den Betreibern der Atomkraftwerke: Japanische Medien berichteten unter Berufung auf diese, dass nach den bisherigen Kontrollen keine Unregelmäßigkeiten an den Anlagen festgestellt worden seien. Bewohner in den Gebieten, in denen die stärksten Erschütterungen zu spüren waren, müssen sich laut einem Beamten der Japanischen Meteorologischen Agentur etwa eine Woche lang vor weiteren starken Erdbeben sowie vor Erdrutschen in Acht nehmen.

Erinnerungen an die Katastrophe von 2016
Für die Menschen in Kumamoto weckt das aktuelle Erdbeben Erinnerungen an die verheerende Katastrophe vor zehn Jahren. Damals hatte ein Beben der Stärke 7,3 die Region erschüttert. Dutzende Menschen kamen direkt ums Leben, Zehntausende mussten zeitweise in Notunterkünften untergebracht werden. Zudem wurden zahlreiche Gebäude schwer beschädigt, darunter auch die berühmte Burg von Kumamoto. Japan liegt in einer der tektonisch aktivsten Regionen der Welt.

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