Verbrenner-Supercar

Nuvolari: Audis Carbon-Überraschung kommt gewaltig

Motor
05.06.2026 00:02
Porträt von krone.at
Von krone.at

Audi bringt nicht einfach nur einen Nachfolger für den vor zwei Jahren ausgelaufenen R8, sondern eskaliert geradezu mit einem V8-Hybrid-Supercar. 1001 PS stark, über 350 km/h schnell und – besonders ungewöhnlich – mit einem echten Namen: Nuvolari.

Damit wurzelt der stärkste und schnellste Audi aller Zeiten in der Rennsportgeschichte – wenn auch nur am Rande in der eigenen. Denn der „fliegende Mantovaner“ Tazio Nuvolari, den Ferdinand Porsche einst als „den größten Fahrer der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ bezeichnete, feierte seine größten Erfolge vor allem mit italienischen Rennwagen: Alfa Romeo, Maserati, Ferrari, am Ende Abarth. Sein kurzes Auto-Union-Gastspiel kurz vor dem Zweiten Weltkrieg rechtfertigt ihn nun als Paten für den supersportlichen Audi.

Dieser hat ebenfalls viel mit italienischen Sportwagen zu tun: Sein Antrieb basiert auf dem des Lamborghini Temerario, besteht also aus einem Vierliter-V8-Biturbo und drei Elektromotoren, wovon zwei an den Vorderrädern sitzen, der dritte zwischen dem 800 PS starken Mittelmotor und dem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe. Allerdings stehen im Audi statt 920 ganze 1001 PS im Datenblatt.

Sozusagen das Einstandsgeschenk von Audis Chief Tecnical Officer Rouven Mohr bei seinem Wechsel von Sant‘Agata Bolognese nach Ingolstadt. Die Nuvolari-Prototypen trugen sogar Lamborghini-Karosserien, damit ja niemand auf die Idee kam, was für ein heißes Eisen da bereits im Feuer glühte.

(Bild: AUDI AG)
(Bild: AUDI AG)
(Bild: AUDI AG)
(Bild: AUDI AG)
(Bild: AUDI AG)

Bzw. was für eine Carbon-Karosse da gebacken wurde, denn der Alu-Spaceframe des Audi wird von einer Haut aus Kohlefaser überspannt. Gegen Aufpreis wird man das Gewebe sogar bewundern können, das dem Boliden ein Trockengewicht von nur 1730 kg beschert. Füllt man ein paar Flüssigkeiten ein, geht sich der Sprint von 0 auf 100 km/h in 2,6 Sekunden und der auf 200 km/h in unter 6,8 Sekunden aus – wenn die Batterie zu mindestens 80 Prozent geladen und auf mindestens 28 Grad temperiert ist.

Für beste Straßenlage soll unter anderem die ausgeklügelte Aerodynamik sorgen, die einen durchströmten Vorderwagen (den sogenannten S‑Duct) ebenso umfasst wie einen aktiven Heckflügel, der gesteuert wird wie das aus der Formel 1 bekannte DRS-System. Audis Formel‑1‑Fahrer lieferten auch Input zur aerodynamischen Abstimmung des Fahrzeuges. Beim Bremsen erreicht das Aerodynamikkonzept des Audi Nuvolari – je nach Fahrsituation – bis über 400 kg Abtrieb.

(Bild: AUDI AG)
(Bild: AUDI AG)

Gebremst wird einerseits mit Zehnkolben-Festsätteln an 420 x 40 Millimeter großen Scheiben vorn und Vierkolben-Sätteln an Scheiben im Format 410 x 32 mm hinten, andererseits mit bis zu 0,3 g über die E-Motoren, wodurch die 7,3-kWh-Batterie geladen wird. Die Stoßdämpfer sind nicht adaptiv, aber einstellbar.

Die nächste Generation des Allradantriebs, genannt „quattro predictive ride“ verspricht eine vorausschauende Steuerung der Antriebskräfte, die Sensordaten zu Beschleunigung, Lenkwinkel, Gierrate (Drehbewegung um die Hochachse) und Grip-Niveau miteinbeziehen. Antizipiert das System beispielsweise in einer Kurve einen drohenden Grip-Verlust, greift es vorausschauend ein.

Kanten und Flächen wie bei Lamborghini
Die Form des 4,74 Meter langen Audi Nuvolari erinnert einerseits an den seligen R8, gerade am Heck aber auch an Lamborghini und insgesamt weist das Design in die Zukunft der Marke, quasi als Keimzelle für künftige Modelle der Marke.

Der Innenraum ist kühl und reduziert gestaltet, Details sollen bald auch in zivilen Audis zu finden sein.

499 Stück sollen gebaut und ab 2027 ausgeliefert werden – zu Stückpreisen ab mindestens 600.000 Euro.

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