Der FC Wacker kehrt mit dem 2. Liga-Aufstieg in den Profi-Fußball zurück. Tiroler Klubs spielten in der 1974 eingeführten Klasse immer wieder eine große Rolle. Teil 4: Die SPG Raika Innsbruck von 1979 bis 82 drei Saisonen lang in der 2. Liga, bevor sie sich wieder auflöste – weil man zu viel wollte
Die SPG der drei Innsbrucker Vereine ISK, SVI und ESV Austria stieg 1979 in die damalige 2. Division auf. Und sorgte gleich für Aufsehen. Der Aufsteiger lag in der Premieren-Saison nach 14 Runden vor SSW Innsbruck auf Rang zwei. Da hatte es das erste Stadtderby in sich.
Der Verrat
„Das war ein Erlebnis, dass ich mein ganzes Leben nicht vergessen werde“, schilderte Helmut Hupfauf (67) das Spiel vor 16.000 Zuschauern im Tivoli: „Ich war selbst als ,Bua‘ ein großer Wacker-Fan – und musste mir dann als gebürtiger Innsbrucker von den Fans einiges anhören, weil ich bei der anderen Innsbrucker Mannschaft spielte.“ Mit 1:5 ging das Spiel verloren, die SPG wurde am Ende knapp hinter Wacker Dritter. Weil es einen „Verrat“ gab: SPG-Tormann-Trainer Leo Tschenett soll vor dem zweiten Derby am letzten Spieltag (0:1 aus SPG-Sicht) SSW-Trainer Franz Wolny die Aufstellung verraten haben – weil er zu Wacker zurück wollte. SPG-Trainer Franz Pfister und Sponsor Fritz Hakl waren empört!
Hearst Werner, wennst schlecht spielst, dann hau wenigstens eini. Kriegst a rote Karten, stehst in da Zeitung...
SPG-Raika-Routinier Günter Caha zum jungen Werner Löberbauer
Dennoch ein Riesen-Erfolg, weil die Mannschaft ja fast nur aus Amateuren (bis auf zwei Legionäre) bestand. Alle gingen ganz normal arbeiten, trainierten viermal pro Woche und waren am Wochenende bei den Spielen in ganz Österreich unterwegs. „Ich habe mir meinen Traum verwirklicht“, erzählte Hupfauf, der in einer Bank arbeitete. Beim Fußball verdiente er aber besser: 1500 Schilling gab es für einen Heimsieg, für einen Auswärtssieg 2500. Aber nach dem ersten Jahr wurde dem Defensivspieler der Zeitaufwand zu viel, er verließ den Klub.
Aufstieg um jeden Preis.
Angestachelt vom Erfolg wurde groß eingekauft, Stars wie Didi Constantini und Peter Koncilia geholt. Mittelstürmer Hans Pirkner wurde sogar zu den Spielen aus Wien eingeflogen! Als Vierter verpasste man den Aufstieg – und weil man sich finanziell übernommen hatte, gab es eine Verjüngung.
Werner Löberbauer spielte mit 21 Jahren gemeinsam mit dem späteren Skitrainer Max Gartner im Mittelfeld. Das junge Team landete 1982 auf Platz zehn und verpasste den Aufstieg in die aufgestockte 1. Division (Top-6), die SPG löste sich daraufhin auf.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.