Enormer Energiebedarf

Erdgas für KI: Meta verlässt Klima-Initiative

Digital
26.07.2026 17:23

Vor zehn Jahren trat Meta der internationalen Klimainitiative „RE100“ bei – mit dem Ziel, den eigenen Strombedarf vollständig aus erneuerbaren Energien zu decken. Nun hat der Facebook- und Instagram-Konzern die Initiative verlassen. Hintergrund sind umfangreiche Investitionen in neue Gaskraftwerke, mit denen der stark steigende Energiebedarf seiner KI-Rechenzentren gedeckt werden soll.

„RE100“ wird von der britischen Non-Profit-Organisation Climate Group geleitet. Sie zählt mehr als 400 Mitglieder - darunter Microsoft, Google und Apple -, die sich verpflichtet haben, ihren gesamten Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen zu decken. Wie „TechCrunch“ berichtet, trat Meta 2016 bei und hatte sich zum Ziel gesetzt, dieses Ziel bis 2020 zu erreichen.

Die Climate Group ließ nun gegenüber dem Magazin „Recharge“ jedoch wissen, dass der Facebook- und Instagram-Hersteller „aufgrund von Investitionen in neue Gaskraftwerke die technischen Kriterien nicht mehr erfüllen kann“. Meta erklärte gegenüber „TechCrunch“, der Austritt sei im gegenseitigen Einvernehmen erfolgt. Gleichzeitig betonte das Unternehmen, weiterhin das Ziel von „100 Prozent sauberer und erneuerbarer Energie“ zu verfolgen.

Frisches Gas für Rechenzentren
Der Rückzug fällt mit den milliardenschweren Investitionen in den Ausbau der KI-Infrastruktur zusammen. Bereits Anfang des Jahres kündigte Meta an, sieben neue Gaskraftwerke zur Versorgung seiner Rechenzentren zu finanzieren. Inzwischen hat sich die Zahl laut „Engadget“ auf zehn erhöht. Wie „TechCrunch“ vorrechnet, erzeugen diese Anlagen mit einer Gesamtleistung von 7,5 Gigawatt so viel Energie, dass man damit den rund 935.000 Einwohner zählenden US-Bundesstaat South Dakota versorgen könnte.

Grundsätzlich schließen sich fossile Brennstoffe und grüne Versprechen in der Konzernwelt nicht zwangsläufig aus: Über den Kauf von Ökostromzertifikaten lassen sich CO₂-Sünden bilanziell kompensieren. Doch bei Metas aktuellem Ausmaß stößt diese Praxis an ihre Grenzen. Wie ein Analyst gegenüber „Recharge“ kommentierte, lässt sich die Behauptung, zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien zu setzen, bei solchen Erdgas-Mengen „immer schwerer rechtfertigen“.

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