Mojtaba ist abgetaucht

Iran gibt Details zu Khameneis Zustand bekannt

Außenpolitik
25.05.2026 22:23
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der oberste Führer des Iran, Mojtaba Khamenei, ist nach offiziellen Angaben bei den Angriffen Israels und der USA Ende Februar nur leicht verletzt worden. Wochenlang hatte sein Ausbleiben aus der Öffentlichkeit Spekulationen über seinen Gesundheitszustand angeheizt – nun nennt das iranische Gesundheitsministerium erstmals Details zu den Verletzungen des 56-Jährigen.

Wie der Sprecher des iranischen Gesundheitsministeriums, Hossein Kermanpour, der Nachrichtenagentur ILNA mitteilte, sei Khamenei am 28. Februar mittags in ein Krankenhaus in Teheran gebracht worden. Bereits am frühen Morgen des darauffolgenden Tages habe er die Klinik wieder verlassen können.

„Nur oberflächliche Verletzungen“
Nach Angaben des Ministeriumssprechers erlitt Khamenei lediglich „oberflächliche Verletzungen“ im Gesicht, am Kopf und an den Beinen. Es habe weder eine Amputation gegeben noch seien größere medizinische Eingriffe notwendig gewesen. Die Verletzungen seien mit „zwei oder drei Stichen“ versorgt worden.

Zusätzliche medizinische Komplikationen habe es nicht gegeben, betonte Kermanpour.

Spekulationen nach monatelangem Schweigen
Der 56-Jährige war seit seiner Ernennung zum obersten Führer am 8. März nicht mehr öffentlich aufgetreten. Stattdessen veröffentlichte er ausschließlich schriftliche Stellungnahmen. Dieses öffentliche Fehlen hatte international wiederholt Spekulationen über seinen Zustand ausgelöst.

Aussagen aus den USA und politische Einordnung
Im März hatte der damalige US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärt, Mojtaba Khamenei sei „vermutlich am Leben, verwundet und entstellt“. Nach iranischen Angaben war sein Vater, Ali Khamenei, am 28. Februar – dem ersten Tag der Angriffe der USA und Israels auf den Iran – getötet worden.

Fasten während der Verletzung
Der Sprecher des Gesundheitsministeriums hob zudem hervor, dass Khamenei sich trotz seiner Verletzungen geweigert habe, sein Fasten während des Ramadan zu brechen. Dies spreche „für seine gute Gesundheit“, so Kermanpour.

Zuletzt hatte der iranische Präsident Masoud Pezeshkian am 7. Mai von einer zweistündigen Unterredung mit Khamenei berichtet. Drei Tage später meldete das iranische Staatsfernsehen zudem, Khamenei habe der Armeeführung bei einem Treffen neue Anweisungen und Leitlinien zum Umgang mit dem Krieg mit den USA gegeben.

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