Ein großes Drama hätte mit Casper Ruud einen der Anwärter auf einen Platz im Finale beinahe schon in der ersten Runde aus den French Open geworfen. Der Norweger sah gegen Roman Safiullin schon fast wie der sichere Sieger aus, als ihn ein Hitzschlag ereilte. Ruud gab nicht auf, sondern spielte auf Zeit – und sollte sich tatsächlich durchbeißen.
Die Hitze hatte Paris an den ersten beiden Tagen des Turniers fest im Griff. Temperaturen von jeweils über 30 Grad machten den Spielern zu schaffen. Schon am Sonntag hatte der Kanadier Gabriel Diallo wegen eines Hitzschlags aufgegeben, Montag hätte es beinahe auch den zweimaligen French-Open-Finalisten Casper Ruud erwischt.
Der Rom-Finalist führte gegen Roman Safiullin bereits 6:2, 7:6, 5:3 und 40:0, vergab dann aber fünf Matchbälle. Und plötzlich begann das große Drama. Ruud, der erst Samstag aus Genf angereist war, wo er auch lange im Turnier gewesen war, begann unter der Hitze zu taumeln, konnte die Bälle kaum mehr richtig schlagen, verlor den Satz noch 5:7.
11 Games am Stück verloren
Eingangs des vierten Satzes nahm er ein Medical Timeout, in den Pausen legte er sich immer wieder Eisbeutel auf den Kopf, übergoss diesen mit Wasser. Das Ziel war klar: Auf Zeit spielen, hoffen, dass es wieder besser würde. Den vierten Satz schenkte er mit 0:6 her, insgesamt verlor Ruud in dieser Phase elf Games am Stück! Doch plötzlich litt auch Safiullin an Krämpfen, musste ebenfalls vom Physio behandelt werden.
Beide Spieler nahmen vor dem fünften Satz eine längere Pause, erfrischten sich in der Garderobe, aus der Ruud mit neuer Kraft zurückkam. Und nach 3:55 Stunden hatte der Norweger mit 6:2, 7:5, 5:7, 0:6, 6:2 tatsächlich das bessere Ende für sich. Nun muss er sich bis zu seinem Zweit-Runden-Match am Mittwoch mit Hamad Medjedovic bestmöglich erholen.
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