Im Urlaub können Verdauungsprobleme durch ungewohntes Essen, Klimaveränderungen und unhygienische Bedingungen verstärkt auftreten. Wer schon im Alltag immer wieder unter Bauchschmerzen und Durchfall leidet, sollte bei Reisen besonders vorsichtig sein!
Blähungen, Durchfall oder Verstopfung – Menschen mit empfindlichem Darm erleben den Urlaub häufig mit gemischten Gefühlen. Einerseits bedeutet Reisen Erholung und Abstand vom Alltag, andererseits können ungewohnte Speisen, Stress, Klimawechsel und veränderte Tagesabläufe die empfindliche Darmfunktion deutlich beeinträchtigen.
Eine ideale Vorbereitung beginnt idealerweise bereits einige Wochen vor der Reise. Experten raten dazu, die Ernährung vor dem Urlaub möglichst stabil zu halten und keine radikalen Diäten oder Fastenkuren zu beginnen. Wer bereits weiß, welche Lebensmittel individuell schlecht vertragen werden, sollte diese auch im Urlaub konsequent meiden.
Wenn der Darm immer wieder gereizt ist
Viele Patienten mit Reizdarmsyndrom orientieren sich an der sogenannten Low-FODMAP-Ernährung, bei der bestimmte schwer verdauliche Kohlenhydrate reduziert werden. Besonders Zwiebeln, Knoblauch, Hülsenfrüchte oder sehr zuckerreiche Speisen können Beschwerden nämlich verstärken.
Auch die Darmflora spielt bei Reizdarmpatienten eine wichtige Rolle. Einige Studien zeigen, dass bestimmte probiotische Bakterienstämme die Darmbarriere stabilisieren und Beschwerden lindern können. Deshalb beginnen viele Betroffene bereits vor der Reise mit der Einnahme von Probiotika, um den Darm widerstandsfähiger gegenüber Ernährungsumstellungen und möglichen Infektionen zu machen.
Nicht übermäßig schlemmen!
Am Urlaubsort selbst ist vor allem Maßhalten wichtig. Große Buffets, fettige Speisen oder stark gewürzte Gerichte überfordern die Verdauung. Sinnvoller sind kleinere Mahlzeiten in regelmäßigen Abständen. Viele Betroffene vertragen leicht verdauliche Lebensmittel wie Reis, Kartoffeln, gedünstetes Gemüse, Haferflocken oder Bananen besonders gut. Alkohol und größere Mengen Kaffee sollten dagegen vorsichtig konsumiert werden, da sie die Darmbewegung anregen und vor allem bei durchfallbetontem Reizdarm Beschwerden verschlechtern können.
Besondere Vorsicht gilt in Ländern mit niedrigerem Hygienestandard. Reisedurchfall ist für Menschen mit Reizdarm oft belastender als für Gesunde, weil sich die Darmflora nach einer Infektion nur langsam erholt. Deshalb sollte ausschließlich abgefülltes Wasser getrunken werden. Auch Eiswürfel, rohe Salate oder unzureichend gegarte Speisen bergen Risiken. Die bekannte Regel „Cook it, peel it or leave it“ ist hier besonders sinnvoll.
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