Aus bei French Open

Frühere Landsfrau lässt Potapovas Träume platzen

Tennis
01.06.2026 14:05
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Schade! Der Traum vom ersten Grand-Slam-Viertelfinale ging für Anastasia Potapova nicht in Erfüllung: Die Neo-Österreicherin musste sich am Montag im Achtelfinale der French Open ihrer früheren Landsfrau Anna Kalinskaja (RUS) in einem wahren Krimi geschlagen geben. Am Ende hieß es 4:6, 6:2 und 6:7(7) aus Potapovas Sicht.

Anastasia Potapova hat ihr erstes Major-Viertelfinale und das erste für Österreich seit Tamira Paszek 2012 nach einem wahren Krimi verpasst. Die 25-jährige ÖTV-Nummer eins unterlag am Montag im Achtelfinale der French Open in Paris der Russin Anna Kalinskaja nach 2:49 Stunden 4:6,6:2,6:7(7/10). Sie hat auch ihr zweites Achtelfinale in Roland Garros nach 2024 verloren. Zweimal servierte Potapova im dritten Satz auf das Match, am Ende musste sie aber ihrer Gegnerin gratulieren.

„Ich bin traurig, dass ich verloren habe. Ich habe alles da draußen gelassen und werde Paris mit erhobenem Kopf verlassen“, sagte Potapova in ihrer Pressekonferenz. „Es war ein sehr mentales Match für beide. Es war für beide einfacher, wenn man hinten liegt und dann etwas mehr loslässt“, sprach sie die vielen Aufholjagden an. „Leider gibt es nur einen Gewinner, sie hat ihre Nerven besser im Zaum gehabt.“ Natürlich ärgere sie jede Niederlage. „Gleichzeitig finde ich, dass die Art und Weise, wie ich in diesen Tagen gekämpft habe, und das Spiel, das ich gezeigt habe, mir zeigt, dass ich nicht so weit weg bin“, fand Potapova bald wieder positive Gedanken.

Hier die Statistik zum Spiel:

„Das Ziel ändert sich nicht. Ich habe noch Wimbledon, die US Open vor mir. Es gibt mir noch mehr Motivation, weil ich nicht so weit weg war.“ Sie haben in den vergangenen Wochen sehr gutes Tennis gezeigt. Ich fühle mich auf dem richtigen Weg, aber ich muss noch an vielen Dingen arbeiten.“ Sie werde nicht aufhören, weiterzuarbeiten: „Und das Gleiche auf Rasen und Hartplatz versuchen.“

(Bild: Kronen Zeitung)

Momentum switcht mehrfach
Ihre Bezwingerin hatte sich zuvor nach ihrem dritten Sieg über Potapova noch auf dem Platz geäußert. „Ich bin schockiert und kann nicht glauben, dass das Match vorbei ist“, sagte die Russin. „Was für ein Match, ein unglaublicher Fight von uns beiden bis zur letzten Sekunde. Ich habe schon oft gegen sie gespielt, aber das war sehr speziell. Sie hat sich sehr verbessert.“

Potapova verlor ein verrücktes Match, das schon ungewöhnlich begonnen hatte. Nach Break und Rebreak gleich zu Beginn ging die Doppelstaatsbürgerin, die wegen ihrer Familie auch den russischen Pass behalten hat, mit einem Doppelbreak 4:1 in Führung. Doch dann verlor die gegen Coco Gauff in der Runde davor noch so souveräne Potapova völlig den Faden und zusehends auch die Contenance. Das Match verlor an Niveau, die Österreicherin beging viele Fehler, Kalinskaja fing sich und machte auch mehr Druck. Potapova hingegen gelang sichtlich erzürnt kein Game mehr.

Anastasia Potapova gab sich als faire Verlierin.
Anastasia Potapova gab sich als faire Verlierin.(Bild: GEPA)

Im zweiten Durchgang startete die für ihren Kampfgeist bekannte Potapova aber wieder stark und bestätigte ein Auftaktbreak zum 2:0. Doch das Nervenkostüm des Schützlings von Trainer Henner Nehles war alles andere als stark an diesem Tag: Beim Stand von 2:1 beging sie zwei Doppelfehler in Folge und ging verzweifelt in die Hocke, ehe sie doch auf 3:1 stellte. Auch danach wirkte Potapova hektisch, fand nicht ihre Ruhe. Entscheidend war wohl, dass sie einen Breakball zum 3:3 abwehrte und dann zum 5:2 ihrerseits ein Break schaffte. Nach exakt 90 Minuten war der dritte Durchgang perfekt.

Wildes Hin und Her
Auch in diesem war das Level des Matches alles andere als hoch. Die Nervosität beider Spielerinnen war spürbar, Potapova haderte allerdings weiterhin viel mit sich und ihrem Coach. Nach Break und Rebreak vergab sie in einem zwölfminütigen Servicegame von Kalinskaja vier Breakbälle und gab im Anschluss ihren Aufschlag mit zwei Doppelfehlern zum 1:3 ab. Kalinskaja erhöhte auf 4:1. Doch auch wenn die Wahl-Wienerin ihr bestes Level nicht abrufen konnte, ihren Kampfgeist hatte sie nicht in der Kabine gelassen. Nach 2:20 Stunden drehte sie diesmal einen 1:4-Rückstand zum 5:4 und hätte zum 6:4 erstmals ausservieren können.

Anna Kalinskaja
Anna Kalinskaja(Bild: AFP/ANNE-CHRISTINE POUJOULAT)

Doch die Achterbahnfahrt („Es war extrem“) ging weiter. Potapova gab den Aufschlag zu Null ab und holte das Break zum 6:5 nach einem 40:0 von Kalinskaja. Bei 30:30 trennten sie nur zwei Punkte vom Sieg. Doch ihre Kontrahentin schaffte das Rebreak und erreichte das Match-Tiebreak (auf zehn Gewinnpunkte) nach 2:36 Stunden. In diesem ging Potapova 4:1 in Führung, geriet dann aber 5:7 in Rückstand. Kalinskaja nutzte dann ihren zweiten Matchball zum Sieg über Österreichs letzte Vertreterin im Einzel.

Im Ranking schiebt sich Potapova, die auf dem Weg ins Achtelfinale die Weltranglisten-Vierte und Titelverteidigerin Coco Gauff ausgeschaltet hat, auf Position 26, nur noch fünf Positionen hinter ihrer bisher besten Platzierung. Im Race liegt sie aktuell in den Top 15. Für den Achtelfinaleinzug hat sie brutto 285.000 Euro kassiert.

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