Die Schwimmunion Generali Salzburg prägt mittlerweile den Schwimmsport im Bundesland. Mit Luka Mladenovic und Luca Karl gibt es zwei Athleten, die mittlerweile mit der Weltspitze mitschwimmen. Doch für den Erfolg musste Trainer und „Papa für Alles“ Clemens Weis sehr viel opfern.
Ich habe zwei Familien: meine richtige und die Schwimmunion.“ Wenn man mit Clemens Weis über die SU Generali Salzburg spricht, spürt man sofort seine Leidenschaft. Seit 30 Jahren ist er im Verein tätig – anfangs als Trainer, mittlerweile als „Papa für Alles“, wie er selbst sagt. Mit Luka Mladenovic (zweimal EM-Bronze auf der Kurzbahn 2025) und Luca Karl (Platz fünf über zehn Kilometer im Freiwasser bei WM 2025) gehören zwei Top-Talente dem Verein an. Mittlerweile schwimmen sie mit den besten Athleten mit. „Mein Ziel war immer, dass wir es auch in Salzburg schaffen, an die Weltspitze zu kommen – und da sind wir jetzt“, ist Weis stolz auf das Erreichte.
Dafür musste er aber sehr viel opfern. Als er 1996 als Trainer eingestiegen war, gab es sowohl im Verband als auch im Verein viele Streiterein. Als der ehemalige Leistungsschwimmer 2012 Verbandspräsident wurde, gab es praktisch keine Schwimmer. „Keiner wollte zum Schwimmen anfangen, weil die Leute gemerkt haben, es wird zu viel gestritten“, blickt der 51-Jährige zurück.
16 Stunden Arbeit pro Tag
In seinen ersten Jahren in der Schwimmunion arbeitete er meist 15, 16 Stunden pro Tag. „Die ersten zehn Jahre waren gesundheitsgefährdend. Ich würde es kein zweites Mal machen“, spricht Weis seine lange Krankenakte mit drei Krebserkrankungen, zwei Herzinfarkte sowie einen Herzstillstand an.
Heute zählt die Schwimmunion 35 Trainer, circa 700 Mitglieder. Die Anfragen werden nicht weniger, doch Weis und Kollegen müssen immer wieder Kinder ablehnen. Die fehlenden Schwimmhallen sind der hemmende Faktor in der Entwicklung. „Wir bräuchten zehn 50-Meter-Becken, haben aber nur zwei.“ Die Politik spreche zwar oft von neuen Hallenbädern, tut jedoch nichts. „Aber es wird gespart, das verstehe ich.“
Das muss er auch im Verein. Durch die Mitgliedsbeiträge von 180 Euro im Semester werden 80 Prozent der Kosten gedeckt. Schwimmen lernen empfiehlt Weis jedem Kind: „100 Stunden sind notwendig, drei bis vier Jahre.“
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