Rote Stellen, Hitzegefühl, Pusteln, geplatzte Äderchen sind Symptome von Rosacea. Je nach Schätzungen sind zwischen zwei und 12% der Bevölkerung betroffen. Das Hautleiden ist mit vielen Mythen behaftet. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
Die Vorurteile sind häufig und sie machen den Hauptteil der psychischen Belastungen Betroffener aus: Säufernase, unsichere, schamhafte Person, pflegt die Haut nicht ausreichend, tut nichts gegen Unreinheiten . . .
Hautkrankheiten sind oft mit Fehlinformationen in der Bevölkerung behaftet, bei Rosacea und ihrer Vorstufe Couperose, sind die falschen Vorstellungen aber besonders weit verbreitet. Denn viele Menschen wissen gar nicht, dass es sich bei den Rötungen um ein dermatologisches Leiden handelt!
Zusammen mit den Hautexperten von Dermsence beleuchten wir die gängigste Mythen und machen den Faktencheck.
Rosacea (auch Rosazea oder Kupferrose genannt) ist eine chronisch-entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung. Rötungen und sichtbare Äderchen im Gesicht, Papeln und Pusteln sowie Entzündungen an den Augen und Lidern sind mögliche Symptome. In den meisten Fällen sind die Nase und die Wangen betroffen. Weiterhin manifestiert sich die Rosacea häufig an Stirn und Kinn.
Die Ursachen sind nach wie vor nicht vollständig geklärt, jedoch wird von einem Zusammenspiel zwischen dem entzündungsauslösendem Signalmolekül Cathelicidin, einer geschädigten Hautbarriere und einem erhöhten Vorkommen verschiedener Mikroben der Haut ausgegangen. Dazu kommt erbliche Veranlagung. Psychische Belastung und Stress können Schübe auslösen.
Die Gesichtsrötung kommt von Aufregung oder Scham
Falsch. Im Falle von einer entzündlichen Hautkrankheit entsteht eine Entzündungskaskade im Bindegewebe. Es erfolgt eine Weitstellung von Gefäßen.
Rosacea ist das gleiche wie Akne
Nein. Bei Akne kommt es zu Entzündungen der Talgdrüsen durch Überproduktion von Talg, Bakterienbefall und verstopfte Follikel. Bei Rosacea treten Entzündungen im Bindegewebe und erweiterte Äderchen auf, aber keine Mitesser. Der Irrtum geht auf den veralteten Ausdruck „Acne rosacea“ zurück.
Rosacea bekommen nur helle Hauttypen
Stimmt teilweise. Personen mit Hauttyp I und II werden tatsächlich deutlich häufiger diagnostiziert, aber dünklere Hauttypen können genauso betroffen sein. Allerdings zeigt sich bei ihnen ein etwas anderes Erscheinungsbild.
Die Hautkrankheit ist nicht heilbar
Stimmt leider. Aber mittlerweile gibt es gut wirksame Therapien, mit der sich die Kupferrose kontrollieren und in Schach halten lassen kann. Dazu gehören Laserbehandlung, Medikamente (in schweren Fällen) und vor allem spezielle Pflegeprogramme.
Bei Rosacea sollte man kein Make-up verwenden
Stimmt teilweise: „Schwere“, (wasser-)feste Texturen, die beim Auftragen und Abschminken mechanische Reibung verlangen, sollte gemieden werden. Es gibt aber gut verträgliche, sanfte Produkte in Form von getönten Tagescremes, die zusätzlich zur optischen Wirkung (ebnen das Hautbild, passen sich der Hautfarbe an) auch noch beruhigende Inhaltsstoffe und UV-Filter beinhalten.
Nur ältere Menschen sind betroffen
Nein. Rosacea wird meist erst nach dem 30. Lebensjahr diagnostiziert, kann aber auch früher auftreten. Der höchste Anteil erkrankter Personen besteht in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen.
Besonders unangenehm in Gesellschaft: Sogenannte Flushs (anfallartige Rötungen im Gesicht) die schubweise und ohne Vorwarnung auftreten. Daneben kommt es oft auch zu Spannen, Brennen, Stechen oder Hitzegefühl. Als Auslöser gilt alles was auch sonst zu Rötung des Gesichts führen kann, wie Alkohol, scharfe Speisen, UV-Belastung, heiße Getränke, Temperaturschwankungen etc. Welche Trigger genau vorliegen, ist individuell verschieden. Es empfiehlt sich, ein Rosacea-Tagebuch zu führen, in dem ein Zeit lang Situationen festgehalten werden, wo so einen Flush aufgetreten ist, um besser darauf reagieren zu können.
Produkte, die frei von Parfüm, Alkohol und Tensiden sind, bevorzugen. Neu ist die Erkenntnis, dass milde Fruchtsäuren die Hautbarriere stärken und den pH-Wert stabilisieren. Daran muss die Haut Schritt für Schritt gewöhnt werden, indem die Konzentration der AHA-Säuren langsam erhöht wird.
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