Am Dienstag geht in Wiener Neustadt (NÖ) der Prozess gegen Beran A., der im Jahr 2024 beim Konzert des US-Superstars Taylor Swift ein Blutbad anrichten wollte, weiter. Der 21-Jährige hat am ersten Prozesstag ein Teilgeständnis abgelegt, heute soll es um seine Attentats-Planungen beim Wiener Ernst-Happel-Stadion gehen.
Beran A., der im Sommer 2024 auf einem Swift-Konzert in Wien möglichst viele „Ungläubige“ töten wollte, gab am ersten Verhandlungstag Ende April erschütternde Einblicke in seine Radikalisierung. Und in sein trauriges Motiv: Geltungsdrang. Koste dieser, was es wolle.
Der Schulabbrecher „träumte“ offenbar davon, „Breaking News“ zu generieren und international für Schlagzeilen zu sorgen. Wofür er auch dazu bereit war, beim zweiten Konzert des US-Stars am 9. August 2024 musikbegeisterte, wehrlose Mädchen zu töten. Er bekannte sich zum IS und bewunderte den Wien-Attentäter aus 2020. Verstörend sind auch die gewaltvollen Chats zwischen ihm und seinem Freund Hasan E., der 2024 ein Attentat in Mekka verübte und seither in Saudi Arabien in Haft sitzt.
Beran A.: „Ich habe mich dafür interessiert, was man fühlt, wenn man stirbt.“ Ein Interesse, das auch auf zig Videos, die auf seinem Smartphone sichergestellt wurden, dokumentiert ist. Auch am zweiten Tag, der mit der Befragung des mitangeklagten Arda K. startet, wirkt der Hauptangeklagte gut gelaunt. Er lächelt.
Wiener Schuldirektor warnte vor radikalem Mitangeklagten
Der Vorwurf gegen den mitangeklagten Wiener Arda K.: Er habe zeitgleich wie Hasan E. in Mekka und Beran A. in Dubai einen Anschlag in Istanbul geplant. Nur Hasan E. verwirklichte die Tat. Den beiden in Wiener Neustadt angeklagten jungen Männern wird terroristische Vereinigung und versuchter Mord als Beitragstäter zur Last gelegt.
Arda K. war schon in seiner Schule in Wien auffällig. Der Direktor hat die Radikalisierung bereits 2023 gemeldet: „Der Schüler beharrt auf die akribische Einhaltung von Gebets- und Fastenzeiten, vermeidet die Berührung durch weibliche Personen“, beklagte der Schulleiter Einfluss auf den Unterricht. Die Polizei stattete ihm zwar daraufhin einen Besuch ab. Den Anschlag in der Türkei, der mit einem Messer geplant war und zum Glück unvollendet blieb, konnte der Bursche Anfang 2024 jedenfalls ungehindert planen. Hasan E. habe ihm ein One-Way-Ticket nach Istanbul gekauft: „Es war ja das Ziel, dass ich dort draufgehe.“ Schließlich sei er aber davor zurückgeschreckt, Leute mit einem Messer zu attackieren.
Die „Krone“ berichtet laufend vom Prozess in Niederösterreich
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