Beim Fest der Floskeln, von den feinen Leuten auch „Europatag“ genannt, ist dem Wiener Bürgermeister Michael Ludwig so eine Art Erweckungserlebnis widerfahren. Jedenfalls war es ein Rendezvous mit der Wiener Wirklichkeit, das dem sonst eher gemütlichen Rathausmann die Zornesröte ins Gesicht trieb.
Und das kam so: Ludwig hatte auf dem Stephansplatz gerade dazu angesetzt, den Song Contest etwas gar süßlich als „Fest des Miteinander“ zu rühmen, als eine Gruppe palästinensischer Demonstranten den SPÖ-Politiker auspfiff und niederbrüllte.
Hinter Ludwig stand etwas betreten lächelnd die Außenministerin und sagte vorerst einmal gar nichts, während sich der Bürgermeister mehr und mehr in Rage redete, um dann in die Gruppe mit den Palästinenserflaggen zu rufen: „Wir lassen uns hier nicht wegterrorisieren!“
Oha.
Da hat jemand offenbar etwas erkannt. Da hat vielleicht einer gesehen, dass sich in der Bundeshauptstadt etwas verändert hat. Und dass die Leute, die jahrelang bei allen möglichen SPÖ-Aufmärschen und Parteifestln mit ihren Palästinenserschals willkommen waren und mitgelaufen sind, vielleicht ein ganz anderes Österreich schaffen wollen, als es die Juden und Christen und nicht religiösen Menschen in diesem Land geschaffen haben.
Der hässliche Zwischenfall auf dem Stephansplatz war für den Wiener Bürgermeister sicher nicht angenehm. Aber für die SPÖ hoffentlich heilsam.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.