Herstellung in Europa

Wichtige Medikamente: EU kämpft gegen Engpässe

Wirtschaft
12.05.2026 10:43
Porträt von krone.at
Von krone.at

Europa ist bei Medikamenten extrem abhängig von Asien: Bis zu 90 Prozent werden vor allem in China hergestellt. Das sorgt immer wieder für Engpässe bei lebenswichtiger Medizin. Mit neuen Regeln will die EU jetzt die Arzneimittelproduktion in Europa ankurbeln.

Schmerzmittel, Antibiotika oder Fiebersäfte für Kinder: In den vergangenen Jahren konnten Menschen in Europa unabdingbare Medikamente zeitweise nicht mehr in der Apotheke kaufen. Gründe für diese Versorgungsprobleme waren Engpässe bei Wirkstoffen und dass die Herstellung sich in wenigen Ländern konzentriert. Deutlich zutage traten diese Schwachstellen in den Lieferketten während der Corona-Pandemie.

Europa soll unabhängiger werden
Im Kampf gegen solche Engpässe haben sich Unterhändler in Brüssel jetzt auf Regeln geeinigt, um die Produktion von Arzneimitteln in der EU – ein Sektor mit 800.000 Beschäftigten – leichter mit öffentlichen Geldern unterstützen zu können. Das teilten die Vertreter des Europäischen Parlaments und der Mitgliedstaaten mit. Europa soll dadurch weniger abhängig von einzelnen Lieferanten und der Herstellung außerhalb des Kontinents werden. Die EU-Kommission hatte die Anpassung im März 2025 vorgeschlagen.

„Die Patienten sollten sich keine Sorgen darüber machen müssen, ob wichtige Arzneimittel wie Antibiotika in ihrer Apotheke oder ihrem Krankenhaus verfügbar sind“, teilte der zypriotische Gesundheitsminister, Neophytos Charalambides, mit. Sein Land hat derzeit die rotierende EU-Ratspräsidentschaft inne. Bevor die Regeln in Kraft treten können, müssen sie noch vom Europaparlament und den EU-Staaten bestätigt werden – das dürfte hier nur noch eine Formsache sein.

Ein Knackpunkt der neuen Regeln betrifft die Vergabe öffentlicher Aufträge. Im Fall von wichtigen Arzneimitteln, bei denen es eine hohe Abhängigkeit von einem oder wenigen Ländern gibt, sollen künftig grundsätzlich in Europa hergestellte Medikamente bevorzugt werden. So sollen Anreize für sichere Lieferketten geschaffen werden. Die vorläufige Einigung sieht vor, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, diese Medikamente zu bevorzugen. „Dazu gehört, dass Lieferanten proportional zu dem Anteil der in der EU hergestellten Arzneimittel und deren pharmazeutischer Wirkstoffe vergütet werden“, teilte das Parlament mit.

Gemeinsame Beschaffungen 
Sogenannte strategische Projekte sollen zudem schneller genehmigt werden und schneller Zugang zu Förderung bekommen. Mehrere Länder können sich zudem zusammenschließen und gemeinsam kritische Medikamente beschaffen, bei denen Patienten durch Versorgungsengpässe ernsthaft geschädigt werden könnten. Dazu gehören etwa Antibiotika und Antithrombotika, Krebstherapeutika und Herz-Kreislauf-Mittel, aber auch Arzneimittel für seltene Erkrankungen, bei denen sonst laut Kommission der Markt versagt.

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