„Verheerendes Jahr“

Klimawandel: Forscher erwarten Negativrekord

Ausland
12.05.2026 10:17
Porträt von krone.at
Von krone.at

 Der Klimawandel steuert in diesem Jahr auf einen Höhepunkt zu. Von Jänner bis April seien weltweit mit über 150 Millionen Hektar über ein Fünftel mehr Land verbrannt als beim bisherigen Negativrekord, teilte die Forschungsgruppe World Weather Attribution (WWA) am Dienstag mit.

„Obwohl die weltweite Brandsaison in vielen Teilen der Erde erst noch bevorsteht, deutet dieser rasante Start in Kombination mit dem prognostizierten El Nino auf ein besonders verheerendes Jahr hin“, sagte Theodore Keeping, Experte für Waldbrände am Imperial College London und Mitglied der WWA. El Nino ist ein Klimaphänomen, bei dem sich der östliche Pazifik ungewöhnlich erwärmt, was weltweit zu extremen Wetterlagen führt.

Bei einem Waldbrand in Polen starb vergangene Woche ein Pilot eines Löschflugzeuges.
Bei einem Waldbrand in Polen starb vergangene Woche ein Pilot eines Löschflugzeuges.(Bild: EPA/Wojtek Jargilo)

Waldbrand-Rekord in Afrika
In Afrika sind in diesem Jahr WWA zufolge bereits 85 Millionen Hektar verbrannt, 23 Prozent mehr als beim bisherigen Höchststand. Ursache seien rasche Wechsel von extrem feuchten zu extrem trockenen Bedingungen, sagte Keeping. Starke Regenfälle hätten in der vorangegangenen Wachstumsperiode für mehr Gras gesorgt, das nun als Brennmaterial für die durch Dürre und Hitze ausgelösten Savannenbrände diene. In Asien fielen den Flammen bisher 44 Millionen Hektar zum Opfer, fast 40 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2014. Zu den am stärksten betroffenen Ländern zählten Indien, Myanmar, Thailand, Laos und China.

Keeping warnte, dass El Nino die Wahrscheinlichkeit von extremer Hitze und Dürre in Australien, Kanada, den USA und dem Amazonas-Regenwald erhöhe. Sollte sich ein starker El Nino entwickeln, könnte die Gefahr extremer Brände den höchsten Stand der jüngeren Geschichte erreichen. Das Wetterphänomen wird ab Mai erwartet. Die WWA-Mitbegründerin und Klimaforscherin Friederike Otto erklärte, bei einem starken El Nino im weiteren Jahresverlauf bestehe die ernste Gefahr, dass dessen Auswirkungen zusammen mit dem Klimawandel zu beispiellosen Unwettern und Hitzewellen führen würden.

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