Wer keine Beschwerden hat und kein besonderes Risiko mitbringt, muss nicht jährlich zum Augenarzt. Aber: Spätestens ab 40 sollte einmal ein Basis-Check gemacht werden. Schließlich nehmen dann Augenprobleme zu – und werden selbst mitunter kaum erkannt. Oft wird danach ein Rhythmus von zwei Jahren empfohlen.
Viele Menschen bemerken gerade jetzt im Frühling erstmals Beschwerden oder stellen fest, dass sich bestehende Probleme verschlechtert haben. Lichtintensität und die UV-Strahlung steigen in diesen Monaten deutlich an. Gleichzeitig haben Gräser- und Blütenpollen Saison, was für viele Menschen mit gereizten oder juckenden Augen einhergeht.
Auch trockene Luft, Wind und längere Aufenthalte im Freien können die Augen belasten. Zudem merken viele, dass ihre Sehkraft im Alltag – etwa beim Autofahren oder Arbeiten am Bildschirm – nicht mehr optimal ist. Ein regelmäßiger Augencheck beim Facharzt ist nun sinnvoll, nicht nur bei akuten Beschwerden, sondern auch vorbeugend.
In Österreich ist die Augengesundheit fest im Vorsorgeprogramm verankert. Neben der ersten Überprüfung des Rotreflexes bei Neugeborenen sind im Eltern-Kind-Pass (früher Mutter-Kind-Pass) zwei wichtige Stationen vorgesehen: eine erste Untersuchung im 10. bis 14. Lebensmonat und eine verpflichtende augenärztliche Untersuchung zwischen dem 22. und 26. Lebensmonat. Diese Termine sind entscheidend, um Fehlsichtigkeiten oder Schielen rechtzeitig zu korrigieren.
„Besonders wichtig sind Kontrollen, wenn die Krankheit Diabetes vorliegt“, gibt Allgemeinmediziner Dr. Christian Maté zu bedenken. „Denn die Zuckerkrankheit kann die Netzhaut schädigen, oft lange unbemerkt.“ Bei Typ-1-Diabetes sollte die erste Augenuntersuchung in der Regel fünf Jahre nach Beginn der Erkrankung erfolgen, bei Typ-2-Diabetes bereits direkt ab der Diagnose. Danach sind regelmäßige, meist jährliche Kontrollen der Standard, um Veränderungen frühzeitig zu behandeln.
Weltweit leiden je nach Zielgruppe und Definition rund 70 Prozent aller Menschen unter dem sogenannten „Computer Vision Syndrome“ (CVS), auch bekannt als digitales Augenstress-Syndrom. In Europa sind es laut einer Studienauswertung 61,4 Prozent. Viele Stunden vor dem Monitor, Tablet oder Smartphone führen – insbesondere bei Personen mit unerkannter oder nicht korrigierter Fehlsichtigkeit – zu Beschwerden wie trockenen, gereizten Augen, Kopfschmerzen oder verschwommenem Sehen.
Wer viel Zeit vor digitalen Geräten verbringt, kann von einer speziellen Computer- oder Bildschirmbrille profitieren. Diese Gläser sind für die mittlere Sehentfernung optimiert und entlasten die Augen. Eine Bildschirmbrille vermag eine ergonomisch günstigere Haltung zu unterstützen, da sie eine entspannte Kopf- und Körperhaltung ermöglicht, was Verspannungen im Nacken-Schulterbereich vorbeugt. Ergänzend kann ein integrierter Blaulichtfilter das hochenergetische sichtbare Licht digitaler Displays abmildern. Wissenschaftliche Belege dafür, dass sich damit die Symptome einer Augenbelastung bei Computerarbeit reduzieren lassen, fehlen allerdings bis dato.
Glaukom behandeln lassen
Auch das Glaukom könnte zum Problem werden. Wer eine familiäre Vorbelastung hat, älter ist, eine starke Kurzsichtigkeit aufweist oder bestimmte Medikamente wie Kortison einnimmt, sollte seine Augen daraufhin regelmäßig untersuchen lassen. „Ein Glaukom (Grüner Star) bleibt oft lange symptomlos. Der erhöhte Augeninnendruck, der dabei häufig auftritt, kann aber den Sehnerv schädigen“, erklärt dazu Dr. Maté. „Ist die Erkrankung bereits bekannt, sind engmaschigere Kontrollen für den Erhalt des Sehvermögens entscheidend.“
Wer schlechter sieht, Verzerrungen bemerkt oder andere Auffälligkeiten hat, sollte dies immer zeitnah professionell abklären lassen.

Dr. Christian Maté, Allgemeinmediziner in Wien
Bild: Eva Manhart
Es gibt mittlerweile auch Selbsttests, um die Sehfähigkeit zu überprüfen. „Diese können jedoch nur ein Warnsignal sein. Hilfsmittel wie das Amsler-Gitter (bei Makuladegeneration) oder Seh-Apps können erste Hinweise auf Veränderungen geben, ersetzen aber keinesfalls die fachärztliche Untersuchung“, so der Experte und betont: „Wer schlechter sieht, Verzerrungen bemerkt oder andere Auffälligkeiten hat, sollte dies immer zeitnah professionell abklären lassen.“
Augen zwischendurch entlasten
Experten raten in unserem, die Augen anstrengenden, Arbeitsalltag zur sogenannten „20-20-20-Regel“. Das bedeutet: Alle 20 Minuten 20 Sekunden auf ein Objekt in etwa 20 Metern Entfernung blicken. Das entspannt die Augen und beugt Ermüdung vor.
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