Hunderte Millionen Menschen weltweit haben pro Jahr eine Harnwegsinfektion. Bei einem Drittel davon ist das erste verwendete Antibiotikum unwirksam. Britische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben jetzt einen Schnelltest auf Resistenzen entwickelt, der innerhalb von sechs Stunden ein Ergebnis bringt.
„Die Ergebnisse von Antibiotika-Empfindlichkeitstests (AST) werden schnell benötigt, um den verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika zu unterstützen und die Behandlungsergebnisse für die Betroffenen zu verbessern (...)“, schrieb das Deutsche Ärzteblatt zu den wissenschaftlichen Studien. Derzeit haben weltweit etwa zehn Prozent der Frauen einmal pro Jahr eine Blasenentzündung. Bei Männern kommen Harnwegsinfektionen deutlich seltener vor, mit dem Alter steigt auch bei ihnen die Häufigkeit.
Meist ist eine kurze Antibiotikatherapie ausreichend. Allerdings gibt es zunehmend Probleme mit resistenten Keimen als Verursacher. „Nach den derzeitigen Methoden muss eine Urinprobe über Nacht kultiviert werden, damit die Bakterien wachsen und identifiziert werden können, bevor mit Antibiotikatests begonnen werden kann. Dieser Prozess kann insgesamt zwei bis drei Tage dauern“, hieß es in einer Aussendung der University of Reading in Großbritannien.
Nach den derzeitigen Methoden muss eine Urinprobe über Nacht kultiviert werden, damit die Bakterien wachsen und identifiziert werden können.
University of Reading, Großbritannien
Der neue Test umgehe diese Wartezeit. „Eine Kartusche mit feinen Röhrchen, die jeweils mit verschiedenen Antibiotika vorbefüllt sind, wird direkt in die Probe getaucht und in ein Analysegerät eingesetzt. Die optische Bildgebung verfolgt dann, ob in jedem Röhrchen Bakterienwachstum nachweisbar ist oder nicht. Wird das Wachstum gehemmt, wirkt das entsprechende Antibiotikum gegen die Infektion. Vermehren sich die Bakterien weiter, ist es wirkungslos (...)“, teilten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit.
Konservierungsmittel spielte keine Rolle
„Wenn man dem Arzt noch am selben Tag sagen kann, welches Antibiotikum er einsetzen soll, erhält der Patient schneller die richtige Behandlung. Dadurch wird das Risiko verringert, dass sich Resistenzen entwickeln und die Infektion zu einer potenziell tödlichen Sepsis führt“, sagte Oliver Hancox, der den neuen Test mitentwickelt hat. Untersucht wurden die häufig eingesetzten Antibiotika Ampicillin, Amoxicillin/Klavulansäure, Nitrofurantoin, Trimethoprim, Ciprofloxacin, Cefalexin und Cefoxitin. Insgesamt 352 Urinproben wurden analysiert.
Der Test lag in bis zu 98,75 Prozent der Fälle richtig. Ob die Urinproben mit oder ohne Konservierungsmittel, meist Borsäure, gesammelt und gelagert wurden, spielte keine Rolle. Der Artikel ist in der Fachzeitschrift „Journal of Antimicrobial Chemotherapy“ erschienen.
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