Der britische Chipentwickler Arm bringt einen eigenen KI-Prozessor für Rechenzentren auf den Markt und vollzieht damit einen grundlegenden Strategiewechsel. Der neue Chip solle dem Unternehmen zusätzliche Einnahmen in Milliardenhöhe bescheren, teilte Arm am Dienstag mit.
„Dies ist ein sehr entscheidender Moment für das Unternehmen“, sagte Firmenchef Rene Haas der Nachrichtenagentur Reuters. Bei der Entwicklung arbeitete Arm mit dem Facebook-Mutterkonzern Meta zusammen. Der Prozessor namens „AGI CPU“ ist speziell für „agentische KI“ konzipiert. Diese KI-Form reagiert nicht nur auf Anfragen wie ein Chatbot, sondern kann mit minimaler menschlicher Aufsicht eigenständig umfangreiche Aufgaben für Nutzer ausführen.
Zu den Kunden für den neuen Chip zählen unter anderem der ChatGPT-Entwickler OpenAI, der Softwarekonzern SAP sowie Cloudflare und SK Telecom. Hergestellt wird der Baustein vom Auftragsfertiger TSMC im Drei-Nanometer-Verfahren. Die Massenproduktion soll in der zweiten Jahreshälfte anlaufen. Erste Testchips funktionierten bereits wie erwartet, erklärte Haas.
Kurswechsel
Mit dem Vorstoß ändert das mehrheitlich zum japanischen Technologieinvestor Softbank gehörende Unternehmen sein bisheriges Geschäftsmodell. Jahrelang hatte Arm seine Einnahmen ausschließlich aus geistigem Eigentum erzielt, indem es Chipdesigns an Konzerne wie Qualcomm und Nvidia lizenzierte und dafür Gebühren kassierte. Im vergangenen Jahr kündigte Arm jedoch an, Hunderte Millionen Dollar in die Entwicklung eigener Halbleiter zu investieren.
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