Überraschungen dabei

TÜV-Studie: So lange halten E-Auto-Akkus wirklich

Motor
21.03.2026 05:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die größte Unsicherheit beim gebrauchten Elektroauto sitzt nicht im Motor, sondern im Akku. Wie viel Reichweite ist noch da? Wie schnell altert die Batterie? Und lohnt sich der Kauf überhaupt noch? Eine groß angelegte Analyse des TÜV Nord in Deutschland liefert jetzt Antworten.

Untersucht wurden rund 50.000 Fahrzeuge weltweit, ausgewertet über mehrere Jahre. Im Fokus stand der sogenannte State of Health (SoH) – also der Gesundheitszustand der Batterie. Und der zeigt vor allem eines: E-Auto-Batterien sind langlebiger als ihr Ruf.

Über alle Marken hinweg verlieren sie im Schnitt nur etwa ein Prozent Kapazität pro Jahr. Das ist kein dramatischer Absturz, sondern ein langsamer, gut kalkulierbarer Prozess.

Korea vorne, Deutschland stark dabei
Ganz vorne liegen die Koreaner. Modelle von Kia und Hyundai kommen selbst nach neun Jahren noch auf rund 93 Prozent Restkapazität. Das ist bemerkenswert – und zeigt, wie ausgereift die Technik mittlerweile ist.

Auch deutsche Hersteller schneiden gut ab:

  • Mercedes-Benz liegt bei neueren Modellen bei über 94 Prozent
  • Smart kratzt ebenfalls an dieser Marke
  • BMW und Mini liefern ähnlich starke Werte

Bei BMW und Mini verfügen Modelle aus dem Baujahr 2020 im Durchschnitt über mehr als 94 Prozent ihrer ursprünglichen Akkukapazität. Selbst elf Jahre alte BMW-Elektroautos haben noch über 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität. Das ist mehr, als viele erwartet hätten.

Die Pioniere zahlen ein bisschen Lehrgeld
Etwas schwächer schneiden frühe Modelle von Volkswagen und Renault (konkret der Zoe, andere Modelle gab es nicht) ab. Beim Baujahr 2015 liegen die Werte bei Volkswagen bei 74,6 Prozent, beim Renault Zoe bei etwa 72,5 Prozent.

Das klingt nach viel Verlust, relativiert sich aber schnell. Denn selbst diese Fahrzeuge liegen noch über den üblichen Garantiegrenzen, die meist bei 70 Prozent greifen.

Nicht jeder Akku startet bei 100 Prozent
Ein spannendes Detail zeigt sich schon bei Neuwagen. Nur bei Kia und Hyundai wird die angegebene Kapazität auch tatsächlich voll erreicht.

Bei anderen Herstellern gibt es bereits ab Werk kleine Abweichungen. So kommen etwa Fahrzeuge von Tesla im Schnitt auf rund 98,4 Prozent. Das liegt an Produktionsschwankungen – technisch normal, aber vielen Käufern nicht bewusst.

Was heißt das für den Alltag?
Die Batterie bleibt das Herzstück eines Elektroautos – und ihr Zustand entscheidet über Reichweite und Wiederverkaufswert.

Die Studie zeigt aber klar: Der Kapazitätsverlust ist gleichmäßig und berechenbar und die meisten Akkus bleiben lange auf hohem Niveau. Selbst ältere Fahrzeuge sind oft noch absolut alltagstauglich. Die große Angst vor einem plötzlichen „Akkutod“ wirkt damit zunehmend überholt.

Fazit
E-Autos altern – aber sie tun es langsam. Die Batterie ist längst kein unkalkulierbares Risiko mehr, sondern ein Bauteil mit nachvollziehbarer Lebensdauer. Wer heute ein gebrauchtes Elektroauto kauft, kann deutlich entspannter entscheiden – vor allem wenn er die Kapazität vom Fachmann prüfen lässt.

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