Wie bei Social Media

Staatssekretär bringt „Ramadan-Verbot“ ins Spiel

Innenpolitik
30.05.2026 19:55

Seit vielen Wochen beschäftigt sich die Bundesregierung mit einem Social-Media-Verbot für Kinder bis 14 Jahren. Die „Krone“ sprach mit dem zuständigen Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) über die Gefahren der Radikalisierung und Entwicklungsschäden. Im Zuge des Gesprächs ließ Pröll mit einer spannenden Aussage über Probleme in den Schulen im Fastenmonat Ramadan aufhorchen.

Einen Monat lang fasten gläubige Muslime 14 bis 16 Stunden – von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Das Verzichten auf Nahrung und zum Teil sogar auf Flüssigkeit im Ramadan führt auch an Österreichs Schulen zu immer größeren Problemen. Kinder werden unter religiösem und familiärem Druck zum Fasten gebracht – mit negativen Folgen für Gesundheit und Bildungserfolg.

Fastenbrechen in Wien ist inzwischen ein Riesenauflauf.
Fastenbrechen in Wien ist inzwischen ein Riesenauflauf.(Bild: Mario Urbantschitsch)

Fasten bringt viele Probleme in die Schulen
„Eigentlich müsste man auch das Ramadan-Fasten für Kinder unter 14 Jahren verbieten“, sagt Pröll. Viele Kinder erleben eine Dehydrierung und kommen wegen des langen Fastenbrechens am Abend übermüdet in die Schule. Es kommt zu Konzentrations- und Lernstörungen im Unterricht und auch zu Kreislaufproblemen bis hin zu Ohnmacht. Etliche Kinder lassen sich von Turnen und Schwimmunterricht entschuldigen.

Die Zahl der Betroffenen ist enorm. Es gibt circa 120.000 bis 145.000 muslimische Kinder unter 14 an österreichischen Schulen.

Gefahren im Netz sind enorm: von Suchtmechanismen über Cybermobbing bis hin zu politischer ...
Gefahren im Netz sind enorm: von Suchtmechanismen über Cybermobbing bis hin zu politischer Radikalisierung.(Bild: Tatyana Gladskih - stock.adobe.com)

Beim Social-Media-Verbot gibt es inzwischen einen klaren Fahrplan: Ende Juni soll die Begutachtungsphase für das Social-Media-Verbot starten, die über den Sommer läuft und parallel mit der Europäischen Kommission abgestimmt wird. Die Beschlussfassung ist für Herbst vorgesehen, ein Inkrafttreten im Optimalfall mit Beginn des Jahres 2027.

90 Prozent haben Hass im Netz wahrgenommen
„76 Prozent der Mädchen in Österreich sagen, dass Social Media beeinflusst, ob sie sich schön finden oder nicht. Gleichzeitig haben über 90 Prozent der Jugendlichen Hass im Netz wahrgenommen. Der Social-Media-Konsum wirkt sich auf die Psyche und Konzentrationsschwäche aus. Kinder haben noch keine Werkzeuge, das einzuordnen. Deshalb braucht es ein Social Media Verbot“, so Pröll.

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