Er flucht. Er schreit. Er zieht Grimassen. Die jetzt in den Kinos angelaufene Tragikomödie „Verflucht normal“ erzählt die emotionale Geschichte des schottischen Tourette-Aktivisten John Davidson. Wie lebt es sich aber mit dieser seltenen Krankheit in Österreich? Wie meistern Betroffene und Angehörige den Alltag zwischen Stigmatisierung und Selbstbestimmung?
„Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Bauchgefühl“, versucht Manuel Lugmeyer das Unerklärbare in Worte zu fassen, diese Momente vor dem Ausbruch. „Ein dumpfer Druck, direkt unter dem Solarplexus. Die Bauchmuskeln spannen sich komisch an.“ Der 35-Jährige aus Schwadorf bei Wien leidet am Tourette-Syndrom, einer seltenen neurologischen Erkrankung. Diese zeichnet sich durch unwillkürliche, abrupte Bewegungen und Laute – die sogenannten Tics – aus. Schätzungsweise 3500 Menschen sind in Österreich davon betroffen.
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