Wie geht es in Leobens Politik weiter? Nach dem Platzen der Dreier-Koalition will die SPÖ als klar stärkste Kraft im Gemeinderat neue Partner finden – das wird aber schwierig. In den vergangenen Jahren wurde viel Porzellan zerschlagen, das rächt sich jetzt.
Wer im politischen Kontext mit Walter Reiter zu tun hat, der weiß: Es wird schnell einmal emotional, seine Meinung teilt der Leobner Gemeinderat recht unverblümt mit – diese Erfahrungen haben auch viele Journalisten schon gemacht. Umso überraschender war, dass Reiter mit seiner Bürgerliste nach der Gemeinderatswahl im Vorjahr Teil der Stadtkoalition wurde – just mit der SPÖ, die er über Jahre scharf kritisierte.
Konnte das gut gehen? Nein, meint nun auch Bürgermeister Kurt Wallner. Er sei „gescheitert“, Reiter hin zu einer konstruktiven Kommunalpolitik zu führen, sagt Wallner zur „Krone“ und wirft dem Bürgerlisten-Politiker sogar Erpressung vor.
Dass Wallner mit seinem scharfen Kritiker überhaupt eine Koalition einging, war wohl einem Mangel an Alternativen geschuldet. Mit der ÖVP krachte es während der Koalitionsgespräche gehörig, mit der FPÖ scheint es ebenso wie mit der KPÖ atmosphärisch schwierig zu sein. Die einzige grüne Gemeinderätin Susanne Sinz war Teil der Koalition, sie reicht alleine aber nicht für eine Mehrheit.
Jetzt muss die SPÖ wieder auf die anderen Fraktionen zugehen. Die FPÖ unter Florian Wernbacher hat bereits einen Pflock eingeschlagen und Wallner zum Rücktritt aufgefordert. Ob das ein kluger Schachzug war, sei dahingestellt. Es wäre auf jeden Fall Zeit, dass sich alle Seiten mäßigen und im Sinne der zweitgrößten steirischen Stadt zusammenreißen. Eine Schlammschlacht nur ein Jahr nach dem Wahlkampf hat sie sich nicht verdient.
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