Georg Baselitz ist tot: Der bedeutende deutsche Maler und Bildhauer, der auch die österreichische Staatsbürgerschaft besaß, starb im Alter von 88 Jahren. Bekannt wurde er mit seinen expressiven, in grober Pinselführung gemalten und figurativen Gemälde.
Den Tod bestätigte inzwischen das Atelier des Starkünstlers dem „Spiegel“.
Großmeister der Moderne
Baselitz, der seit 2015 auch die österreichische Staatsbürgerschaft besaß und Salzburg zu seiner Wahlheimat machte, zählte zu den großen Meistern der Moderne und hatte sich über die Jahrzehnte vom provokativen Jungkünstler zum etablierten Doyen der Zunft gemausert. Bereits seit 2005 war er Träger des Ehrenzeichens für Wissenschaft und Kunst.
Vom Zweiten Weltkrieg geprägt
Georg Baselitz – eigentlich Hans-Georg Kern – wurde 1938 im Ort Deutschbaselitz bei Dresden geboren. Zerstörung und Leid des Zweiten Weltkriegs prägten ihn. Nach einem abgebrochenen Kunststudium in Ost-Berlin siedelte er nach West-Berlin über, wo er sein Studium abschloss. Mit seinem Ölgemälde „Die große Nacht im Eimer“ sorgte er als junger Künstler für einen Skandal, das Werk galt als obszön.
Internationale Aufmerksamkeit erlangte er vor allem durch seine sogenannten „Helden“-Bilder, die gebrochene, rohe Figuren zeigen und sich kritisch mit der deutschen Nachkriegsgesellschaft auseinandersetzen. 1961 nahm er den Künstlernamen zu Ehren seines Geburtsortes an.
Baselitz stellte Kunst auf den Kopf
Ein markantes Merkmal seiner Arbeit entwickelte er ab 1969: Baselitz begann, seine Motive auf den Kopf zu stellen. Diese Umkehrung wurde zu seinem künstlerischen Markenzeichen und sollte den Fokus stärker auf die Malerei selbst als auf das Motiv lenken.
Internationaler Einfluss
Im Laufe seiner Karriere entwickelte Baselitz verschiedene Werkgruppen, darunter die „Frakturbilder“, die „Remix“-Serie sowie ausdrucksstarke Holzskulpturen. Seine Arbeiten sind heute weltweit in bedeutenden Museen vertreten, etwa in der Tate Modern in London oder im Museum of Modern Art in New York. Neben seiner Tätigkeit als Künstler war Baselitz auch als Professor in Berlin aktiv und prägte zahlreiche junge Kunstschaffende. Seine Werke gelten als zentral für den Neoexpressionismus und haben die europäische Kunstszene nachhaltig beeinflusst.
Aktuelle Ausstellungen in Salzburg
Salzburg widmet dem Wahl-Salzburger heuer gleich zwei große Ausstellungen und schlägt dabei den Bogen von den frühen Zeichnungen bis hin zum monumentalen Spätwerk. Die Werkschau „Baselitz Jetzt“ ist im Museum am Mönchsberg seit 1. April zu sehen, das Frühwerk unter dem Titel „Baselitz Manifeste“ im Museum im Rupertinum folgt am 3. Juli. Die beiden als Hommagen gedachten Ausstellungen mutieren nun gleichermaßen zum Abschied von einer der großen Künstlerpersönlichkeiten des vergangenen Jahrhunderts.
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