Der Wiener Dompfarrer Toni Faber befeuert die Debatte über das Zölibat in Österreich. Nun hat sich mit Manuela Khom auch eine hochrangige ÖVP-Politikerin für ein Ende ausgesprochen. Auch wenn die Wünsche hierzulande an den Mauern im Vatikan abprallen werden – die Zeit für eine fundamentale Veränderung wäre jedenfalls reif.
Keine Ehe, kein Geschlechtsverkehr: Der Verzicht darauf ist eine Grundbedingung für katholische Priester. Dass sich daran zeitnah etwas ändert, daran glauben wohl auch die kühnsten Optimisten nicht. Zu starr ist der Vatikan, zu wenig reformfreudig sind Christen in vielen Teilen der Welt.
Dabei sind sie vielen Steirerinnen und Steirern bekannt, jene Pfarrer, die mehr oder weniger heimlich in einer Partnerschaft leben oder gar Kinder haben. Der schillernde Wiener Dompfarrer Toni Faber zelebriert seine weibliche Bekanntschaft demonstrativ am Society-Parkett und sagt offen, dass der Zölibat überschätzt werde.
Den Ball nahm nun auch die steirische ÖVP-Chefin Manuela Khom auf. Die Landeshauptmann-Stellvertreterin spricht sich für ein Ende des Pflichtzölibats aus: Der priesterliche Dienst sollte mit einer Familie verbunden werden können, solange Gott weiterhin im Mittelpunkt steht. Diese Position bezog sie kurz vor einem Besuch der Bischofskonferenz in der Oststeiermark.
In katholischen Kreisen werden ihr viele zustimmen. Die Zeit ist jedenfalls reif für Veränderungen – auch wenn sich dadurch die Kirchenbänke nicht schlagartig füllen werden, wie das Beispiel der in dieser Sache liberaleren evangelischen Kirche zeigt. Auch sie verliert konstant Gläubige. Die Scheinheiligkeit sollte dennoch enden.
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