US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, den Zoll auf Auto- und Lastwagenimporte aus der Europäischen Union (EU) in die USA auf 25 Prozent zu erhöhen. „Sie haben sich nicht an die Vereinbarung gehalten, die wir getroffen haben“, begründete er. Die EU-Kommission behält sich Gegenmaßnahmen vor.
„Sie haben uns unsere Autoindustrie weggenommen“, sagte US-Präsident Donald Trump in Bezug auf die EU. Profitiert hätten davon andere Länder wie Deutschland, Japan, Mexiko und Kanada. Das solle sich nun ändern. Die Vereinbarten Staaten hätten sich an ihren Teil der Vereinbarung mit der EU gehalten, sagte ein Beamter aus dem Weißen Haus. Die EU hingegen habe keine wesentlichen Fortschritte bei der Erfüllung ihrer vereinbarten Verpflichtungen erzielt – etwa in Bezug auf Handelshemmnisse im Automobilbereich, digitale Dienste sowie CO₂-Abgaben.
Das Weiße Haus habe stets deutlich gemacht, dass sich Trump vorbehalte, Zollsätze anzupassen, wenn Handelspartner ihren Verpflichtungen nicht nachkämen. Die USA zählen traditionell zu den wichtigsten Auslandsmärkten europäischer Autobauer, vor allem für Porsche, BMW und Mercedes. Die Branche war im vergangenen Jahr von den Zöllen bereits stark gebeutelt. Ursprünglich hatte ein Zollsatz von 2,5 Prozent gegolten, dieser wurde auf 27,5 Prozent angehoben und im August 2025 nach dem Deal mit der EU auf 15 Prozent reduziert.
Hier sehen Sie die Ankündigung von Trump auf Social Media:
Wie reagiert die EU?
Mit seinen Zöllen verstärke Trump den Trend, dass Autos immer mehr da gebaut werden, wo sie verkauft werden, sagte Autoexperte Stefan Bratzel. „Für die Arbeitsplätze in Europa, in Deutschland, ist das natürlich Gift.“ Wie berichtet, sollen die Zölle in der Höhe von 25 Prozent ab kommender Woche auf Autos und Lastwagen aus der EU gelten, die in die USA importiert werden. Europäische Hersteller, die direkt in den Vereinigten Staaten produzieren, sind davon ausgenommen.
Zuständig für die Handelspolitik der Staatengemeinschaft ist die EU-Kommission. Die Brüsseler Behörde behielt sich in einer ersten Reaktion Gegenmaßnahmen vor, sollte Trump seine Ankündigung tatsächlich wahr machen. Man bekenne sich weiter „zu einer berechenbaren, für beide Seiten vorteilhaften transatlantischen Beziehung“, teilte eine Sprecherin mit. „Während die EU ihre Verpflichtungen erfüllt, bricht die US-Seite ihre Zusagen immer wieder“, kommentierte Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses.
Mitte August 2025 hatten sich Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einem Rahmenabkommen auf eine Zollobergrenze von 15 Prozent auf die meisten EU-Warenimporte in die USA geeinigt. Auch für europäische Autos und Autoteile sollte der Satz gelten. Im Gegenzug verpflichtete sich die EU, Zölle auf US-Industriegüter zu streichen und den Marktzugang für US-Agrarprodukte wie Schweinefleisch und Milchprodukte zu erleichtern.
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