Falsch verstandene Tierliebe kostet nicht nur in Niederösterreich vielen Federbällchen das Leben, warnen derzeit die Vogelschützer.
Sie sitzen zitternd im Gras, piepsen herzzerreißend und wirken völlig verloren – überall in Feld und Flur berührt zur Frühlingsstunde das vermeintliche Schicksal der Vogelbabys das Herz der Tierschützer. Doch genau in diesem Moment passiert oft das größte Unglück. Aus Mitleid greifen Menschen ein und zu – und reißen die kleinen Wildvögel damit aus dem Leben, das ihre Eltern noch immer für sie bereithalten.
Eltern beobachten aus sicherer Entfernung
Der Österreichische Tierschutzverein warnt daher eindringlich vor falscher Tierliebe. Denn die meisten jungen Vögel am Boden sind keine Notfälle, sondern sogenannte Ästlinge: neugierige Flugschüler, die außerhalb des Nestes ihre ersten unsicheren Schritte in die Freiheit wagen. Die Eltern beobachten sie aus sicherer Entfernung, füttern und beschützen sie weiter.
„Viele Jungvögel verlassen das Nest bereits, bevor sie richtig fliegen können“, erklärt Tierschutzsprecher Alexios Wiklund vom Assisi-Hof in Stockerau. „Wer die sogenannten Ästlinge mitnimmt, trennt sie oft unwiderruflich von ihren Eltern.“
Aufzucht von Wildvögeln ist schwierig
Was eigentlich gut gemeint ist, endet daher leider oft tragisch. Denn die Aufzucht von Wildvögeln ist selbst für Experten schwierig. Im Wohnzimmer großgezogene Jungvögel sterben häufig qualvoll oder verlieren jede Chance auf ein Leben in Freiheit.
Nur wenn ein Vogel verletzt, apathisch oder kaum befiedert ist, braucht er wirklich Hilfe. Dann sollte rasch eine Wildtierstation oder ein Tierarzt verständigt werden. Die vielleicht schwerste, aber wichtigste Lektion dieser Tage: Nicht angreifen. Nicht mitnehmen. Nicht „retten“. Denn manchmal bedeutet wahre Tierliebe, ein kleines Leben einfach bei seinen Eltern zu belassen.
Mehr Notfallinfos gibt’s unter: www.tierschutzverein.at/jungvogel-gefunden
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