Hände oder Füße fühlen sich mitunter so an, als ob sie nicht zu dir gehören, bevor sie beim „Aufwachen“ ganz gemein kribbeln und stechen. In unserer Rubrik „Kinderleicht erklärt“ lesen Mädchen und Buben (natürlich sind auch Erwachsene erlaubt) dieses Mal, was passiert, wenn Gliedmaßen „einschlafen“.
Kennst du das? Du sitzt gemütlich im Schneidersitz auf dem Boden, liest ein spannendes Buch – und als du aufstehen willst, fühlt sich dein Fuß plötzlich ganz komisch an. Zuerst ist er noch taub und dann krabbeln auf einmal tausende unsichtbare Ameisen darüber oder kleine Nadeln stechen, die du ebenfalls nicht sehen kannst. Keine Sorge: Echte Ameisen oder gar Nadeln sind es natürlich nicht. Dein Fuß ist einfach „eingeschlafen“ – und man kann ihn wieder „aufwecken“.
Deshalb wird das Bein taub
In deinem Körper gibt es ein riesiges Nachrichten-Netzwerk. Überall verlaufen feine „Leitungen“, die Nerven heißen. Sie verbinden jeden Zeh, jeden Finger und sogar deine Haut mit dem Gehirn. Man kann sich das vorstellen wie Telefonkabel: Wenn dein Fuß zum Beispiel merkt, dass er kalt wird, schickt er blitzschnell eine Nachricht (z. B. „Brrrr, mir ist kalt“) ans Gehirn. Das Gehirn antwortet vielleicht: „Beweg dich ein bisschen!“ oder „Zeit für warme Socken!“
Normalerweise funktioniert diese Verständigung. Doch wenn du lange schief oder im Schneidersitz sitzt, kann es passieren, dass eine Nervenleitung zusammengedrückt und darüber hinaus die Blutzufuhr vorübergehend eingeschränkt wird. Die Nachrichten deines Fußes kommen dann nur noch gestört oder gar nicht mehr im Gehirn an. Es ist ein bisschen so, als wäre das Telefonkabel geknickt.
Durch die abgeknickte Leitung weiß dein Gehirn nicht mehr genau, was im Fuß los ist. Er fühlt sich dann taub an, als würde er nicht mehr richtig zu deinem Körper gehören. Wenn du dein Bein bewegst, wird die „Leitung“ wieder frei. Rasch flitzen erneut Signale durch. Aber am Anfang sind diese Signale zu „aufgeregt“, verwirrt und unkoordiniert – du spürst das als starkes Kribbeln oder Stechen im Fuß. Nach kurzer Zeit ist er wach und fühlt sich wie sonst an.
Vor allem Arme, Hände, Beine und Füße schlafen ein. Diese Körperteile nennt man auch „Extremitäten“. Sie liegen weit vom Körperzentrum entfernt, ihre Nerven verlaufen über längere Strecken und relativ oberflächlich. Dort kann es leichter passieren, dass eine Leitung abgedrückt wird – etwa, wenn man nachts auf einem Arm liegt oder die Beine übereinanderschlägt.
Weck deinen eingeschlafenen Fuß wieder auf!
Mit einem Wecker oder lauter Musik klappt das leider nicht. Auch gut zureden oder gar schreien nützt nicht. Am besten streckst du dein Bein vorsichtig aus und bewegst den Fuß. Ebenso helfen ein paar Schritte, wenn dieser nicht mehr ganz taub ist. Bald darauf arbeiten deine Nerven wieder richtig.
Übrigens: Selbst, wenn du schläfst, ist dein Gehirn immer wach genug, um auf dich aufzupassen. Es sorgt dafür, dass dein Herz schlägt und du weiteratmest. Nur deine Füße oder Hände gönnen sich manchmal ein „Leitungspäuschen“. Also keine Panik, wenn es das nächste Mal kribbelt: Deine „Ameisen“ sind nur Nerven auf dem Weg zurück zur Arbeit!
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.